Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
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CYRUS

Vierte. Diese Fürstin both ii' in, von der Wuth sich zu rächen ge-trieben, ein Treffen an, und lockte ihn durch verstellte Flucht ineinen Hinterhalt, worin er mit einen Theil seiner Ärmer umkam.Da ste nun ih»en Feind in lyrer Gewalt hatte, liest sie ihm denKopf abhauen, warf ihu in einen mit Blut gefüllten Schlauch,und sagte: »Barbar, trink dich nach deinemTode in»Blute satt, nach welchem du dein ganzes Leben»hindurch dürstetest." Xenophon, der der GeschichtedeS Herodotus fast immer widerspricht, laßt ihn auf seinemBette sterben. Dieß geschahe nach den besten Geschichtschrci-bern ;2y Jahr vor Christi Geburt.

CYRUS, der Jüngere, jüngster Sohn des Darius No-thus, wurde von seinem Vater in einem Alter von r6 Jahren,407 Jahre vor Christi Geburt, den Lacedämoniern gegen dieAkhenicnser zu Hülfe geschickt. Als »ach dem Tote des Da-rius Artare rres sein ältester Sohn den Thron bestieg,stellte ihm Cyrns nach dem Leben. Sein Complott wurdeentdeckt, und sein Tod beschlossen; aber seine Mutter Parysa-ti§ rettete ihn. Diese Gnade heilte seinen Stolz nicht. Erwarb unter mancherlei Verwanden heimlich Truppen. Arta«rerrcs stellte ihm eine zahlreiche Armee entgegen. CyrnS hattedie Lacedümonier in Sold genommen. Clearchus, der Sparta-nische General, rieth ihm, seine Person dabei nicht der Gefahr aus-zusetzen. »Wie, antwortete dieser Fürst, »wenn ich msch»zum König zu machen suche, willst du, daß ich»mich deS Thrones unwürdig zeige?" Diebeiden Brü-der gingen in der Schlacht bei Cunaxa, .20 Meilen von Baby-lon, grimmig auf einander los, und der stolze Jüngling stai bim Jahr 401 vor Christi Geburt an den Wunden, die er in derSchlacht erhielt. Die berühmte ASpasi'a, die dem Cyrus ge,folgt war, wurde vom Artarerres gefangen genommen, der fürdieses Weib so viel Leidenschaft hatte, als Cyrus. ZehntausendGriechen, die unter dem Commando mehrerer Chefs, unter an-dern des Geschichtschreibers Xenophon, für CyruS gestrittenhatten, entgingen den Verfolgungen des Siegers, und machtenjenen schönen Rückzug, welcher ihnen Unsterblichkeit erwarb. Derkriegerische Schriftsteller spricht von Cprus als von einem voll-kommenen Fürsten. Aber er war ohne Zweifel zu sehr für ihneingenommen. War seine Rebellion gegen seinen König, seinHaß gegen seinen Bruder, und seine Wuth, durch einen bürger-lichen Krieg den Thron an sich zu reißen, zu entschuldigen? —