DEMONAX
DEMOSTHENES 341
DEMONAX, Philosoph von Creta, aus einem vornehmenund reichen Hause. Er hielt sich zu keiner besondern Secte, son-dern nahm das Gute aus allen Secten an. In Ansehung derArt zu denken näherte er sich sehr dem Socrates, und in derArt zu leben dem Diogenes. Er starb freiwillig vor Hunger,ohne etwas von seiner heitern Laune zu verlieren, und wurde auföffentliche Kosten begrabe»- Er sagte zu denen, die um seinMette standen: »Gehet nun, die Komödie ist aus,«welche Worte man auch dem A u g u st u s zuschreibt.
Dieser Philosoph übte die Tugend, ohne allzu große Prahle-rei, und tadelte das Laster ohne Bitterkeit. Er wurde bei seinenLebzcreu gehört, geschätzt und geliebt, und nach seinem Todeselbst von L u c i an erhoben. Er lebte unter dem Kaiser Adrian,um das Jahr 120 nach Christi Geburt.
DEMOSTHENES , einer der größesten Redner des Alter-thums, wenn nicht der giößeste, wurde im 2. Jahre der ivr.Olympiade, d. i. um das Jahr 370 vor Christi Geburt zu Athengeboren. Philipp von Macedonien sagte von seiner Beredsam-keit, »sie sei eine größere Macht gegen ihn gewesen, als alle»Flotten und Armeen der Athenieuser,« und »er habe keinen»Feind, als den Demosthenes gehabt.«
Man ist allgemein darüber einstimmig, daß kein Redner je-mahls mit so großer Kraft redete, oder die Leidenschaften seinerZuhörer so sehr in seiner Gewalt hatte, als Demosthenes. Erschien wirklich begeistert zu sein. Er widersetzte sich dem Philippvon Macedonien, und nachher Alerandern dem Großen aus allenKräften. Alerander verlangte von den Antheniensern, duß ihmDemosthenes ausgeliefert würde; es würd' ihm aber abgeschla-gen: als aber sein Nachfolger Antipater nachher dieselbe Forde-rung machte, wurde sie ihm bewilliget. Aber Demostheneswollte ibm nicht ausgeliefert werden, und entflöhe daher auf dieInsel Celauria, wo er Gift zu sich nahm, um seiner Gefangcn-nehmung zuvor zu kommen. Er starb im 3. Jahre der 114.Olympiade.
Es sind noch 6« Reden unter seinem Namen vorhanden, diesehr oft herausgegeben wurden. Ob er es gleich zu einer so gro-ßen Vollkommenheit in seiner Kunst brachte, so würd' er dochmit großen Hindernissen zu einem Redner geboren, denn er konntelange Zeit den Buchstaben R nicht auösprechen. Er batte e neschwache Stimme, kurzen Athem, ungesittete und unangenehme
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