z6s DINARCHUS
I
DINOCRATES
Er war, sagt man, ein großer Beschützer der Freiheit seines Lan,des, in jenen schlimmen Zeiten, wo die Schleußen dcrlPrarogativc»geöffnet, nnd die Höhen der Gesetze von ihnen meist über-schwenimt wurden, und der Verfasser verschiedener litterarischerSchriften. Erstarb 1639.'
DINARCHUS, ein Griechischer Redner, Sohn des Sost ra-tus und Schüler des Theophrastus, verdiente sich zu einerZeit, da Athen ohne Redner war, durch Verfassung von Redenvieles Geld. Er wurde angeklagt, er habe sich durch die Ge-schenke der Feinde der Republik bestechen lassen, nahm die Flucht,und kam erst in 15 Jahren, um das Jahr 340 vor Christi Ge-burt , wieder. Von 64 Reden, die er geschrieben hatte, sindihrer nur 3 übrig geblieben, welche sich in der Sammlung alterRedner von Stephan, 1575 in Folio, und in der von Venedig,1513, 3 Bande in Folio, befinden.
DINGI.INGER (Johann Melchior), ein künstlicher Gvld-arbeiicr, Juwelierer und sinnreicher Mechanicus von Lüberach,unweit Ulm, gebürtig, arbeitete am Drcsoner Hofe, wo er vor-treffliche und sehr kostbare Werke von Gold, Silber, Email undEdelsteinen verfertigte, von welchen man verschiedene Stücke indem so genannten grünen Gewölbe zu sehen bekonimt. Diesergeschickte Künstler starb 1731 im 67. Jahre seines Alters.
Sein Bruder, ein vortrefflicher Schmelzmahler, arbeitete andemselben Hofe. Man zeiget von ihm im obbemeldctcn grünenGewölbe eine Maria Magdalena aus einer Ovalplatte, welcheanderthalb Ellen hoch ist, und in Ansehung der Große ihresgleichen nicht hat.
DINOCRATES ober DIQCLES , von Macedonie« , ein Ar-chilecr, weicher Alerandern dem Großen vorschlug, den BergAihos in die Form eines Menschen zu bilden, welcher iu seinerlinken Hand eine Stadr, und in der rechten eine Schaalc hielte,die das Wasser aller Flüsse auffinge, die von diesem Bergefließen, und es in das Meer göße. Alexander glaubte nicht,daß dieses Project ausgeführt werden könne, behielt aber denArchitectcn bei sich, um Alerandrien zu erbauen. Plinius ver-sichert, daß er die Wiederaufbauung des berühmten Tempels derDiana zu EphesnS vollendete. Nachdem er die letzte Hand andieses große Werk gelegt hatte, befahl ihm Ptolemaus Phi-ladelphus, dem Andenken seiner Gemahlin Arsinoe einenTempel zu erbauen. Dinocratcs hatte den Plan, am Gewölbe
dieses