382 DIONYSIUS
CarieN, dem gewöhnlichen Aufenthalt der Könige dieser Provinz,in welcher auch Herodotus vor ihm geboren wurde. Dio-nysius ging um das Jahr zo vor Christi Geburt nach Nom,wölbst er 22 Jahre blieb. Er lernte die Lateinische Sprache-um die Geschichtschreiber des Landes zu studieren. Er stand mitallen Gelehrten Roms in Verbindung, und siudierie ernstlichalle Schriftsteller, so wohl Griechen als Lateiner, die vom Rö-mischen Volke sprachen. Mit diesen Hülfsmitteln schrieb dr seineAntiquitates Romanae in 20 Büchern,
von denen wir nur die II ersten noch haben, die bis auf das JahrZi2 der Erbauung Roms gehen»
Die allen Schriftsteller, welche des Dionysius erwähnen,geben ihm eingewandtes Genie, gründliche Gelehrsamkeit, rich-tige Beurtheilung und scharfe Crilik. Heinrich Stephansagt-, die Römische Geschichte konnte nicht besser geschriebenwerden, als es Dionysius von Halicarnasi in der Griechischen,
Und LitNS Livius in der Lateinischen Sprache thaten. Die-ses Urtheil ist in Ansehung des Stylcs nicht ganz war. Die desLateinischen Schriftstellers ist ganz anders schön, edel, erhaben,groß, lebhaft, als die des Griechen, die fast immer schwach, |weitschweifig und schleppend ist. Was sie mit einander gemeinhüben, ist, daß sie bisweilen allzu leichtgläubig sind? aber Dio-nysius ist mehr ein Compilator ver Alterthümer als ein Ge-schichtschreiber. — Die beste Ausgabe seiner Werke ist die vonJohann Hudson^Orford 1704, 2 Bande in Folio, mattschätzet auch dir von Sylburg, Frankfurt 1586-.
Er schrieb auch einen Tractat
De Structura Orationis $der sehr geschätzt wird,
DIONYSIUS, Bischof von Mailand, vertheidigte aufder Kirchenversammlung in dieser Stadt, im Jahr 355, denGlauben des Ricaischen Conciliums. In der Folge hatte er dieSchwachheit, das Verdammungsurtheil des H Arhanasius zuunterschreiben; als er aber seinen Fehler wieder gut gemachthatte, schickte ihn der Kaiser Constantius nach Cappadocien indas Ersil, wo er einige Zeit darauf starb.
DIONYSIUS, erster Bischof zu Paris, wurde unterder Regierung des Decius, um das Jahr 240, nack Gallien
gejchickt.