Band 
Zweiter Theil. [Cebes - Dyer (John).]
Seite
411
JPEG-Download
 

DOPSON

DORAT

411

DOPSON oberDOBSON (William), .in Mahler von Lon-don, stubierke nach den Werken beruhn'.er Meister, die.ihm einKunsthändler zu copieren gab. Er legte sich sodann auf das Port-ratmahlcn.und brachte es darin soweit, daß Vandyck selbst ihnan den königlichen Hof empfahl. Seine Manier ist kräftig und zu-gleich lieblich, die Stellungenssind angenehm, und die Köpfe lebhaft.Besonders glücklich war er in Frauenzimmerköpfen. König Carl l.ernannt, ihn z seinem ersten Mahler. Er starb > 647 in 37. Jahreseines Alters. Er hat sein eignes Bildniß geatzt, welches desVandyck würdig ist. White, Fairhorne u. a. haben nachihm in Kupfer gestochen.

DORAT (Jean), Auratut, Griechischer, Lateinischer undFranzdsischer Dichter, aus Limousin, hieß eigentlich Dinem-möioder visnemätin, nahm aber den Namen der Stadt Dorat an.Er war ein guter Litterator, der bei dem Aeußern eines Land-mannes einen feinen Geist und eine edle Seele hatte. Er er-warb sich durch seine Gedichte so vielen Ruhm, daß ihn dieDichter seiner Zeit den Französischen Pin dar nannten,welchen Namen ihm die Nachwelt nicht lassen wird. Carl IX,schuf seinetwegen die Stelle eines königlichen Dichters.Sca liger sagt, er habe mehr als ;o,ooo Griechische undLateinische Verse gemacht. Es kam kein Buch heraus, daßnicht einige Verse von ihm auf dem Titkelblakre standen. Esstarb fast keine selbst wenig bekannte Person, deren Verlust seineMuse nicht besungen hätte.

Er starb 1588 im 80. Jahre, und fast in Dürftigkeit, weiler sehr freigebig war, und ein Vergnügen darin fand, seineFreunde zu bewirthen. Gegen das Ende seines Lebens verlor erseine Frau, und heirathete ein Mädchen von 22 Jahren. Sei-nen Freunden, die ihn deßwegen aufzogen, sagte er zur Ent-schuldigung, »es wäre eine dichterische Freiheit; undda er denn einmahl durch einen Schwertstreichsterben sollte, so wär' es doch besser, sich dazueine Klinge zu wählen, die neu wäre, als eine,hie der Rost schon angefressen hätte."

Seine

Gedickte, Paris 1586, 2 Bande in 8,sind grdßtenkheils ohne Stärke, ohne Feinheit und Reinheit.Wenn er seine lyrischen Verse zn feilen, zu polieren, und vor,züglich ihnen jene Stärke, jene Kraft zu geben verstanden hätte.

welche