DUVAL
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Betrachtungen , einiger Carten, und eines au« Schilfrohr ge-machten Tubus, den er auf eine hohe Eiche, die ihm jur Stern-warte diente, gestellt hatte, vcrschaste. Je mehr er lernte, de-sto mebr brannte er vor Begierde noch mehr zu lernen *); alleindie Verfassung seiner Finanzen entsprach seiner Begierde nicht.Um selbige zu verbessern, ließ er es sich, ungeachtet er Gefahrlief, als ein Wilddieb gefangen zu werden, einfallen, den Thie-ren der Wälder den Krieg zu erklären, in der Absicht, ihre Pelzezu verkaufen. Die Hitze und der Muth, mit dem er bei dieserJagd, welche ihr Bcwegungsgrund adelte, zu Werke ging, sindin der That unglaublich. Einmal hatte er einen gewaltsame»Kampf mit einer wilden Katze auszuhalten, deren Sieg ihr» vie-les Blut kostete. In einem Zeiträume von einigen Monatenerwarb er sich mit seiner ausdauernden Anstrengung etliche vier-zig Thaler, die er sehr bald nach Nanci trug, um Bücher dafüreinzukaufen.
Eine glückliche Begebenheit vergrößerte seinen kleinen Schatz,Er fand eines Tages ein goldnes Petschaft, das mir einem Wa-pen ausgeziert war. Er laßt es in der Predigt anzeige», EinEngländer meldete sich. Dieß war Herr Förster, ein Mannvon bekannten Verdiensten. Wenn dieses Petschaft ih-nen gehört, sagteDuval zu ihm, so bitte ich Sie, mirzu erlauben, es zu blasonnieren. Du hast mich zumBesten, junger Mensch! die Wapenkunst gehört sicherlich nichtin den Kreis deiner Kenntnisse. —■ Mag's seyn; genug ich«rklate Ihnen, daß Sie Ihr Petschaft nicht eherwiederbekommen, als bis ich es blasonniert habe.Erstaunt über diesen entschloßnen Ton gehorchte Herr Förster,belohnte den jungen Hirten, und lud ihn ein, ihn zu besuchen.Durch seine Grvßmuth wuchs die Bibliothek D u v a l s bis zu4co Banden, wahrend daß seine Kleidung immer die nämlicheblieb. Sein ganzer Anputz bestand in einem le>nenen oder wol-lenen Kittel, und in Holzschuhen.
G g 2 Kampf
*) Folgender Aug kann uns einen Begrif von der Heftigkeit dieserBegierde geben. Gequält in seiner Jugend von jenem Fieberder Sinne, die uns die Natur durch die Erfahrung kennen lehrt,von der Liebe, die seinem Studieren Abbruch that, wußte derjunge Philosoph gar bald seine Begierden in Ordnung zu brin-gen. Er erinnerte sich, im Propheten Jeremias gelesen zuhaben, daß man sich mit Schierling davon heilte. Er aß eineso reichliche Portion Scnierlingssalat, daß er bald daran gestor-ben wäre» und daß seine Begierden auf immer erstorben waren.Glücklicher Weise verdarb dieses Gift die Reitzbarkeit seinerSeele nicht.