Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
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ERASMUS

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als alles, lieber als Würden und Reichthümer. Wenn ihm dieFürsten irgend eine Stelle anbothen, ihn in ihre Staaten zuziehen, antwortete er, die Gelehrten waren wie dieNiederländischen Tapeten mit großen Figuren,die ihre Wirkung nur dann thaten, wenn sie vonfern gesehen würden.

Er war ein Feind des Luxus, nüchtern, frei in seinen Urthei»len, Feind der Schmeichelei, aufrichtig, ein wahrer und bestän-diger Freund; mit einem Worte, er war ein eben so liebens-würdiger als großer Mann: denn, wennauch unser Jahrhun-dert glaubt, ihm diesen letztem Titel nicht schuldig zu sein, soverdient er ihn doch in Ansehung desjenigen Jahrhunderts, inwelchem er geboren wurde.

Seine ganzen Werke wurden zu Basel von dem berühmtenFroden, seinem'Freunde, in y Foliobanden gesammelt. Diebeiden erstem und der 4. Band enthalten einzig und allein diegrammatischen, rhetorischen und philosophischen Schriften.Man findet darin das Lob der Narrbeit und die Coklo-q » i e n t die beiden stärksten Producte des Erasmus.

Das erstere ist eine Satyre auf alle Stande, vom bloßenMönch bis auf den Papst. Der Zweck des Verfassers ist, z»beweisen, daß die Narrheit ihre Herrschaft über alle Mensche»ausbreitet. Es ist einiger guter Spott, aber auch viel kalterund gezwungener darin enthalten. Die Ironie ist nicht immerfein, und oft allzu durchleuchtend.

Dasselbe Urtheil muß man über die Colloquken fallen»welche weder so gut als die des Lucian, noch als die desFönten elle sind; man liest sie mehr der Latinitat, als derSachen wegen.

Als Leo X. das Lob der Narrheit las, sagte er: Der Verafasser hat auch die seinige. Dieser Papst hatte dieGutmütbigkeit, über diese Satyre zu lachen, worin die Päpstenicht geschonet werden; und ein großer Cardinal (Zkimenes)konnte sich, ob er gleich strenger war, als Leo X. nicht enthalten»zu einem von den Tadlern des Erasmus zu sagen: »Machtves entweder besser, oder laßt diejenigen ma-nchen, denen Gott das Talent dazu gab.«

Der dritte Ban- enthalt die Episteln, deren sich meh-rere auf die Angelegenheiten der Kirche beziehen: der Styl der»

E a selber»