FARINELLI
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Durchgang durch rothe Meer und die Krenzerfindung, nach sei-ner Zusammensetzung geatzt. Villamena, I. Valegiv,Pb/Thomassin und andere haben nach ihm gearbeitet.
FARINELLI (Carlo Broschi, genannt), einer der grö-ßesten Musiker dieses Jahrhunderts, hatte die schönste Stimme,die man vielleicht-jemahls hörte, wurde 1705 zu Neapel gebo-ren, und war frühzeitig die Bewunderung und Freude der Ita-liänischen Bühnen. Sein Name drang bis an den Hof vonSpa-ruen, und dieser zog ihn in seine Dienste, und überhäufte ihnmit Ehre und Reichthum. Philipp V. und die Königin Elisa-beth behandelten ihn als ihren Günstling. Als dieser Fürst in«ine tiefe Melancholie verfiel, die ihn von der Besorgung der Ge-schaffte abhielt, und ihn sogar hinderte, sich den Bart abnehmenzu lassen, und sich im Rathe zu zeigen, versuchte die Königindie Macht der Musik zu seiner Genesung. Sie ließ im geheimneben dem Zimmer des Königes ein Concert veranstalten, worinFarinelli auf Einmal eine seiner schönsten Arien sang. DerMonarch, der außerordentlich viel Gefühl für Harmonie hatte,schien anfänglich betroffen und bald darauf gerührt. BeimSchluß der zweiten Arie rief er den Musiker, überhäufte ihn mitLiebkosungen, und fragte ihn, welche Vergeltung er haben wolle.Farinelli bat ihn, sich den Bart abnehmen zu lassen, und in denRath zu gehen. Von diesem Augenblick an ward die Krankheitdes Königes für Heilungsmittel empfänglich. Dieß war der Ur-sprung der Gunst des Farinelli. Er ward gleichsam erster Mi-nister , und vergaß nie, daß er zuvor nur Sänger gewesen war.Die Großen vom Hofe Philipps, die täglich in seinem Pallastespeisten, erhielten es nie von ihm, daß er sich mit an ihre Tafelsetzte. Man erzählt, er habe, als er eines Tages in das Zim-mer des Königs ging, den Officier von der Garde zu einem an-dern, der keinen Zutritt hatte, sagen hören: „ Ehre und Gunst„regnet auf einen elenden Gaukler herab, und ich, der ich seit„go Jahren diene, bekomme keine Belohnung!" Der Musikerklagte gegen den König, daß er seine Diener vernachlässige, undbrachte ihn dahin, daß er auf der Stelle ein Brevet schrieb,welches er mit folgenden Worten dem Officier gab: „ Ich habe„Sie sagen hören, daß Sie seit zaJahren diente». Sie hatten„unrecht, hinzu zu setzen, daß sie keine Belohnung bekämen;„denn sehen Sie, welche Ihnen der König giebt!" NachdemTode Philipps V. begab sich Farinelli nach Bologna, wo er ineinem glücklichen Alter die Bewunderung der Einwohner undZremdcn genoß, und 1782 starb.
Farinelli