Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
Seite
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FIEL DING

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FieldingS Comödieu haben nicht das erste Verdienst; ab« st«enthalten doch angenehme Scenen, und einige neue, mit Wahr-heit, Energie und Originalität gemahlte Lächerlichkeiten.

Was seine Romane anlangt, so findet man darin schöne Si-luatlonen, rührende Sentimeuts und vortreffliche Charactere, de-ren einige neu find; aber der Verfasser macht darin allzu vielBetrachtungen und Digressione» , giebt darin niedrige Porträts«nd die kleinsten Details. Tom Jvnes ist indeß nach dem Ur-theile des de la Harpe das am besten geschriebene Buch derEngländer. »Die Hauptidee, aufweiche sich dieses Werk grün-det, ist in der Moral ein wahrer Geniestreich. Von zweien»der vornehmsten Actörs, welche die Scene einnehmen, scheint»der eine immer Unrecht , und der andere immer Recht zu ha-lben; und es findet sich doch am Ende, daß der erstere ein»rechtschaffener Mann, und der letztere ein Narr ist. Aber der»eine, voll von Unbefangenheit und Etvurderie der Jugend, he-rgehet alle die Fehler, welche den Leser gegen ihn einnehmen»können. Der andere, der seiner selbst immer Meister ist, be--»dient sich seiner Laster mit so vieler Gcschicklichkeit, daß er zu-» gleich die Unschuld zu verschwarzen und die Tugend zu betrügen»versteht. Der eine hat nur Fehler, zeigt sie, und giebt Blö-»ßen, der andere hat Laster, verbirgt sie, und thut nur mit»Sicherheit Böses. Dieser Contrasi ist die Geschichte der Ge-»sellschast. Alle Personen sind in einem hohen Grade vcrtteff.»lich gezeichnete Originale, die man täglich in der Welt finden»kann, und die der Verfasser nicht durch überflüßige Worte,»sondern durch die Wahrheit der Handlungen mahlt." DerFaden der Hauprinrrigue geht durch episodische Begebenheitenhindurch, ohne daß man ihn je aus dem Gesicht verliert, unddie Entwickelung wird eben so schön verspatiget, als herbei ge-ibracht.

Fielding gab einige Monate hindurch eine Art vonIchlvralifichem Journal

heraus, welches die Unvollkommenheiten seiner Romane, abernicht die Schönheiten derselben hatte. Es war ein Gewebe vonBeobachtungen, die in der Geschwindigkeit, uns so ,u sagen aufden Straßen gemacht worden waren, mit satyrischen und mora-lischen Gemeinplätzen besetzt. Ein Zahr nach seinem Tode, 1755,kam auch seine

ReisebefchreibunZ nach Lissabon, in 13,

tu London, heraus.

FIEL*