FONTENELLES
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„züglich das Peinigende der Empfindsamkeit, und gestand, daß„eS das allergrausamste wäre, was er erfahren hakte, obgleich> „die Ungerechtigkeiten, die er im Laufe der Wissenschaften oft„erfahren hatte, in einem Manne, der weniger Philosoph gewe-„sen wäre, ein lebhaftes Gefühl von dem Schmerzlichen der Ei«„genliebe erweckt hatten. Er wußte sich seine Freunde, ohne„daß sie eö selbst wußten, verbindlich und ihnen glauben zu„machen, daß sie das alles, was von seinem Credit und dem„gerechten Ansehen, das er erlangt harte, herkam, bloß sich„selbst zu verdanken hätten. Dieses Vergnügen, sich Andere zu„verbinden, verließ ihn noch in den letzten Jahren seines Lebens„nicht, und überlebte selbst die Schwäche seines Gedächtnisses„und seiner Organen. Einer seiner Freunde hatte einmahl über„eine gewisse Angelegenheit mir ihm gesprochen, und ihm die-„selbe sehr empfohlen. Ich bitte um Verzeihung, sagte„Fontenelle, daß ich dabei nicht that, was ich Jh>„neu versprach. — Sie haben es gethan, anlwor-„tete sein Freund, es ist Ihnen gelungen, und ich„komme, Ihnen zu danken. — Nun gut, erwiederte„Fontenelle: ich hatte nicht vergessen, Ihr Anliegen„zu betreiben; aber ich hatt' es vergessen, daß„ich es gethan hatte. Indeß hielt man Fontcnellcn deß,„wegen für unempfindlich, weil er die Bewegungen seiner Seele„zu beherrschen verstand, und in seinem Betragen immer bloß„seinem Verstände folgte. Uebrigens war es ihm nicht unange«„nebm, daß man glaubte, er habe kein Gefühl; er ertrug die„Spöttereien der Gesellschaften über seine Kälte> ohne ihnen„diesen Irrthum zu benehmen, weiter, sehr überzeugt, daß„sich seine wahren Freunde in ibm nicht irrten, diese Meinung„für ein bequemes Mittel hielt, sich von gleichgültigen Menschen„los zu machen, ohne ihre Eigenliebe zu beleidigen.«
Der Stolz vermochte nie etwas über Fontenelle; er hatte dietraurige» Folgen desselben an dem Cardinal dü Vois gese-hen, der bisweilen Trost bei ihm suchte. Es sprach einmahl je-mand mit ihm über das große Glück, welches dieser Ministergemacht hatte, indeß er, der von dem Regenten nicht wenigergeliebt wurde, keins gemacht hatte. „Das ist wahr, ant-wortete der Philosoph; „aber ich hab' es nie nöthig,„daß der Cardinal dü Bois zu mir komme, mich„zu trösten “ Der Herzog von Orleans hart' ihn zumbeständigen Präsidenten der Akademie der Wissenschaften ernen-nen