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G E R A R D
gelehrt hatte, ward er Secretar von Nicolas V. Man hat vonihm
Rhetoricorum libri quinque, wovon die erste Ausgabe ohneDruckjahr, um das Jahr -470, bei Wendelin zu Speiererschien. Sie wurde nebst andern neuern Rhetoriken, 152zin Folio zu Venedig wieder aufgelegt. Mehrere
Uebersetzungen Griechischer und Lateinischer Schriften,unter andern der
Praeparatio evangdica Eusebii, eine UcbersetztlNg, welche dergelehrte Petau mit Recht verachtete.
Lontroversfchriften, zu Gunsten der Lateinischen gegen dieGriechische Kirche, in
Allatii Graecia Orthodoxa, Gr. rt Lat. Romae, 1652 et löjp,2 vol. in 4. Ferner einige Werke. worin er eine außeror-dentliche Verachtung gegen P lat 0 und einen übertriebenenEnthusiasmus für Aristoteles zeigt.
Georg von Trapezunt war ein hitziger, zänkischer, wmcher«licher Mann. Er verließ den Römischen Hof, um an dem Hofedes Königs von Neapel Alphvns zu glänzen, ward aber dessel-ben bald satt. Er kehrte nach Rom zurück, wo er um das Jahr1484 in sehr hohem Alter starb, nachdem er alles vergessen, waser gelernt hatte. Man sehe den Artikel Queller (iohann.)
GERARD (Balthasar), der Mörder Wilhelms, Prin-zen von Oranien, wurde zu Dillefans in der Franche» Comte'geboren. Dieser Bösewicht fand das Mittel, sich bei diesemPrinzen dadurch in Gnadej zu setzen, daß er für die protestanti-sche Religion einen übertriebenen Eifer, und einen wüthendenHaß gegen die catholische affektierte. Er wohnte dem Gottes-dienste regelmäßig bei, und man fand ihn nie ohne einen Psalteroder ein neues Testament in der Hand. Wer hätte sich vor-stellen können, daß ein so frommes Aeußere das Herz eines Un-geheuers verberge? Jedermann wurde durch seine Heuchelei be-trogen. Als der Prinz von Oranien eines Tages aus seinemPalais zu Delft ging, erschoß ihn Gerard mit einer Pistole,worein er drei Kugeln geladen hatte. So bald der Mörder ein,gezogen worden war, verlangte er Feder und Papier, um allesaufzuschreiben, was man von ihm wissen wollte. Er erklärte,daß er schon seit sechs Jahren entschlossen gewesen sei, den Prinzenvon Oranien, den Chef der ketzerischen Rebellen umzubringen.Und warum? Um seine Sünden abzubüßen, und die