Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
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GESSI

G E S S N E R

tins orbis per tres decisiones distinctam. Dieses Werk solltezu einem Zeitvertreibe für den Kaiser dienen, deßwegen nannt' esder Verfasser

Otia imperialia.

Er zeigt darin eine ausgebreitete Gelehrsamkeit und eine guteKenntniß der Weltgeschafte. Allein die Liebe zum Wunderbaren,welche damahls fast allgemein war, scheint ihn manchmahl zuUnwahrheiten verleitet zu haben.

GESST (Francesco), izgF Z» Bologna geboren, lernteanfänglich bei Dionysius Calvar t und I. Bapt. Cre-in vnini, weil er aber von einem allzu unruhigen Tempe-rament war, jagten sie ihn aus ihren Schulen ; gleichwohl warder hernach unter der Aufsicht des Guido Reni ruhig, undwußte dessen Unterweisung so gut zu nutzen, daß niemand -dieniedliche Manier seines Meisters so wohl nachahmte, als er, da-her Guido die Arbeiten, die er selbst nicht verfertigen konnte,ihm auftrug, oder ihn in seiner Gesellschaft arbeiten ließ. Gestsis Gemählde sind zart, zierlich und angenehm: diese Get'chick-lichkeit aber verlor er nach und nach durch seinen ererbten Reich-thum, und die daraus entstandenen Streilhandel, die ihm vielZeit raubten. Er starb 1620 aus Eigensinn, indem er dem Ra-the seiner Aerzte nicht folgen wollte.

GESSNER (Conrad), der Deutsche Plinius ge-nannt, wurde 15,6 zu Zürch geboren, und starb rz6z. Erlehrte die Medicin und Philosophie mit vielem Ruhme. Nach-dem er sein ganzes Leben auf die Cultur der Wissenschaften ver-wandt hatte, wollt' cr'auch mitten unter ihnen sterben. Er wurdevon der Pest befallen, und als er fühlte, daß sein letzter Augen-blick nahe sei, ließ er sich in sein Studierzimmer tragen, wo erkurz darauf verschied.

Die Botanik und Naturgeschichte bcschaffngten ihn sein gan-zes Leben hindurch. Beza sagt, er sei unter Plinius undVarro getheilt gewesen. Seine Rechtfchaffenheit und Artig-tcit erwarben ihm eben so viele Achtung, als seine Gelehrsamkeit.Der Kaiser Ferdinand I. der Geßucrn schätzte, gab seiner Fami-lie ein Wappen.

Man hat von ihm:

Bibliotheca universalis, Tiguri 1545 in fol. Eine Art vonDicnonnaire über Schriftsteller und Bücher, wovon man

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