Band 
Dritter Theil. [Eachard (Dr. John) - Ghisi (Giovanni Battista).]
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526 GHEZZI GHIBERTI

GHEZZI (Pietro Leone), Josephs Sohn und Schüler-,zeigte seine Talente in öffentlichen Gemählden, welche er für dieKirchen St. Johann von Lateran, St. Sebastian, St. Cle-mens, und St. Theodor zu Rom und für die Eremitenkirche St. 1Hieronymus zu Urbino verfertigte. Er sollte die Gallerie deSpäpstlichen Pallastes in dem Schlosse Gandolfo mahlen, wozuer bereits die Zeichnungen verfertiget hatte; aber das Zimmerwurde allzu eng befunden, daher diese Arbeit eingestellt werdenwußte. Er arbeitete auch für verschiedene Fürsten, besondersfür den Herzog von Parma, der ihn zum Comes Palatinus undzum Ritter vorn goldenen Sporn machte. Der Papst BenedictXIV. trug ihm die Aussicht über die Musivmanufactur und überdie Gemählde der päpstlichen Pallasie und Gallerten auf, er-nannt' ihn auch zu! seinem Cabinetsmahler.

Ghezzi mahlte mit Schmelzfarbcn, radierte sehr gut in Kup-fer, und schnitt in Edelsteine. Er besaß eine ungemeine Ge-schicklichkeit in Caricaturen, so daß er öfters 4 bis 5 Personen,die er bloß im Vorbeigehen gesehen hatte, im Gedächtniß behal-ten, und herrrach zu Hause mir den nöthigen Veränderungen aufdas ähnlichste nachzeichne» konnte. Er hinterließ eine Samm-lung von mehr denn 400 Blattern von dergleichen Caricaturen, vin welchen Cardinale, Fürsten, Fürstinnen,- Gesandte, Prälatenu. s. f. auf das lächerlichste, zugleich aber sehr kenntlich, auchmit ihren Namen unterzeichnet, waren. Sie wurden nach sei-nem Tode öffentlich feil gebothen. Ghezzi starb im 8r. Jahreseines Alters. Westerhout, Pend, Frey, Franceschi-ni, M. Oesterreich u. a- haben nach ihm in Kupfer ge-stochen.

GHIBERTI (Lorenzo), genannt vi BARTOLO, einvortrefflicher Künstler zu Florenz, lernte bei seinem StiefvaterBartoluccio die Goldschmidskunst, in welcher er ihn über,traf. Man halt ihn auch für einen Schüler von GerardS.tarnina. Nachher mbcitete Ghibcrti auch im Bildhauen,Gießen, Graben in allerlei Metalle u. s. f. Er verfertigte die2. Pforte der St. Jvhanmskirche in Erzt, die 1424 vollendetwurde, und 22,020 Gulden kostete. Man rechnet ihr Gewichtauf ZLo Centner. Sie wird die zweite-genannt, weil An- *dr e as Ug 0! in 0 fast hundert Jahre früher eine von gleichemMetall verfeiligte. Als es um diese Arbeit zu thun war, mach-ten Dona tollo, Brnnellcschi und noch vier andereBildhauer Modelle, da man aber dieselben mit dem des Ghiberti

verglich.

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