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I. Theil. i. Abschnitt.
der Materie unterworfen find, und die wir nur a*iErfahrung, nicht a xriorl, kennen lernen.
§. 40. Ohngeachtet wie bey der wirkliche»Theilung der Materie der Körper diese Atome (§. 39.)derselben wol nie erreichen möchten, und die letzteGränze ihrer Theilbarkeit nicht kennen, so kanndie physische Theilung doch bis zum Erstaunenweit getrieben werden, und die Natur und Kunstvermag Theilungen der Materie vorzunehmen, dienach den Begriffen minder Unterrichteter unglaublichscheinen können.
Beyspiele solcher bewundernswürdig großen Theilungender Materie geben:
1) Die Ukaterie des Lichts. Durch ein kleines Lochin einem Kartenblatt, dicht vors Auge gehalten, über-sehen wir eine beträchtliche Menge irdischer Gegenstandde. Die Folge aber wird lehren, daß von jedem sicht-baren Puncte Lichtkegel 'ins Auge kommen, derenGrundfläche das Loch ist, durch welches wir sehen, undderen Spitze sich am sichtbaren Puncte findet. DieseLichtkegel muffen unzählbar seyn, weil wir eine »n-zahlbare Menge sichtbarer Puncte wahrnehmen kb>>nen; und diese Lichtkegel muffen bey ihrem Durchgang/sich auch nicht unter einander verwirren und auf-halten.
1) Riechende Ausflüge. Eine Cubiklinie Lavendel-Lhl kann die Lust eines Zimmers mit seinem ganzenGeruch ausfüllen, wenn es durch Erwärmung zur Ver-dunstung gebracht wird. Wenn dies Zimmer 22 Fußlang, 18 Fuß breit und 10 Fuß hoch wäre, und nunangenommen würde, daß in jeder Cubiklinie Luft die-ses Zimmers nur vier riechbare Theilchen des Laven-delöhlS waren, so war/ dadurch eine Theilung der Cu^hiklinie des Oels in 47297,986560 Theilchen bewirkt.
S- Slgaud de la Fond a. a. O. §. 35. Von sl}t ;der» Berechnungen der außerordentlich großenTheilung der Materie bey riechenden Ausflüssens. Rob. Boylä de mira effluviorum subtilitateC. 2.
3) Die Dehnbarkeit des Goldes. Ein Gran Goldkann von geschickten Goldschlagern nach Reaumur z»36; Quadratzoll (paris. M.) und darüber ausgedehntwerden. Rechnet wir für jeden Zoll Länge 2c» m>r