Band 
II. Jahrgang. I. Band.
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24 * Der Fürsten Gräber.

platte bedeckte Öffnung auf einer geräumigen Treppevon vierzehn Stufen in diese Gruft hinab. Oben amGewölbe ragte eine in Stein ausgehaltene Handhervor, nach der Mitte, auf die Grabstätte RudolphSweisend, der sie i363 für sich und für seine Nachfol-ger stiftete und seinen Jahrestag dahin verordnete.Sie erfüllte diesen Zweck bis unter den Stürmen derReformation. In der wilden Parleyung, welche da-mahls Österreich zerriß, wurde seiner Vorwelt, sei-ner Fürsten, ja selbst der drohenden Türkengefahr,um wie viel mehr der Gräberseiner Landesherr»völlig vergessen. Prag, die Hauptstadt eines Rei-ches, das damahls mit Mähren, Ober - und Nieder-schlesien, beyde Lausitzen und so viele wichtige Rechteund Ansprüche an Pohlen und Brandenburg, an Sach-sen und an die Oberpfalz umfaßte, konnte allerdingsWiens Nebenbuhlerinn sein und wirklich war es ab-wechselnd schon unter Ferdinand I. und Mar II., fastimmer aber unter Rudolph ll. das Hoflager und alledrey Kaiser fanden auch dort ihre Ruhestätte. Nochwenige Jahrzehende und es hätte darüber ein gelehr-ter Streit entstehen können, ob jemahls Fürstengrä-ber bey St. Stephan gewesen? Mathias und sei-ne Gemahlinn, die tyrolische Anna, erbauten eineneue Kaisergruft bey den Kapuzinern am Mehlmarktoder neuen Markt. Wie jene Fürsten nach Prag,zog es den zweyten Ferdinand nach Gratz und einHerr Schnepf,- ein Kammerdiener Ferdi-nands III. inußte auf den Einfall kommen, sich selbermitten bey St. Stephan eine Familien-Ruhestätte zu