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II. Jahrgang. II. Band.
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70 Die Burg.

dem Papiere. — Die Archivare selbst blieben in jenenTagen meist bloße Registratoren und was immer fürdie Geschichte, für das Staatsrecht, ja für die publi-cistische Vertretung der Interessen des Erzhauses, indiplomatischen Verhandlungen und auf Friedens-Con-gressen geleistet wurde, geschah meist durch ausgezeich-nete Reichshofrathe, von Oberburger und Biener,bis auf Bendenrirter und Senkenberg, oder durchHistoriographe« wie Cuspinian, Manlius, WolfgangLazius, Gerard van Roo, Franz Guillimann, Chri-stoph Wilhelm Putsch u. und war nicht selten durchdie systematischen Arbeiten unserer Abteyen vorberei-tet. — Unter Leopold I. war die Organisirung einesArchivs, dem T ax a to r, als N e b e n sa ch e, beyseinen übrigen Current-Geschäfcen aufgetragen. Noth-wendigerweise mußte dieser Einrichtung die lächerlich-ste Geheimnißkrämerey zur Seite gehen. Nur wersein Fach ruhig und klar überschaut und beherrscht,weiß, wo der Publizität, ihr nothwendiger Mark-stein gesetzt ist? der Unwissende hingegen zittert jedenAugenblick, sich durch das gehaltloseste Stück Papierzu compromittiren. Allerdings bewahren manche Ar-chive manches bedeutende Geheimniß, obgleich in derRegel, dasjenige aufgehört hat, wichtig und folgen-reich zu seyn, ivas aus den Kreisen der Gegenwartverschwindend, in jene der Vergangenheit, in die Ar-chive Hinübertritt. Die Archive bewahren manche Anek-doten, die von politischen oder religiösen Gegnern ha-stig aufgegriffen, mit leidenschaftlicher Gehässigkeitausgemahlt werden könnten, aber sie bewahren auch ein