Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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Arm 12z

ihr gelegt war. Nabe bei den Quellen der Lippe im Lande der Bruc-terer, nach -inem lang m defchwerlichen Marsche durch Sümpft undWälder, sab sie in einer von Hügeln umgebenen Vertiefung, derenAnköben überall von Deutschen besetzt wäre», sich plötzl'ck eingeschlos-sen. Zugleich vernahm sie, caß Hermann mit dem Nachtrupp, dener unfndrte, über die Röm r herfiel, und daß er die Seele aller sichjetzt entwickelnden feindlichen Angriffe s- y. Da öffnete der unglück-liche Varus oie Augen; der Muth und die Ariegszucht derWeltbesiegerverrichteten Wunder;, aber sie konnten nur die Roth verlängern. DreiLage dauerten ihre'Lcidcn. Vielleicht har !N diese» Unglückstsgcn dieausharrende Tapferkeit der Monier Gallien gerettet und einen Ein-fall der Deutschen abgewandt, dessen Besorgniß i» den ersten Augen-blicken den Augustue nur Schrecken erfüllte; den Hermann tonn'er sienicht hindern, sich drei Römischer Adler zu bemächtigen und ihrenWorschritten im nördlichen Deutschland für imm.r ein Ziel zu setzen.Barns wollte die Schande nicht überleben. Herrmann befleckte seinenSieg durch unnütze Grausamkeiren. Die Wutb der Sieger richtetesich zunächst gegen jeüe Rechtsgelehrte», deren Lehren und Spitzfin-digkeiten mit den NaNviialsttien in so grellem Widersprüche standen;den Einen hieben sie die Hände ab, Andern stachen sie die Augen aus.Ein So-dat, welcher einem aus rhncn die Zunge abgerissen und her-nach die Lippen zusammen genäht hatte, konnte des ichcußlichen Schau-spiels nicht satt werden. „Schlange," rief er, indem er die Zungein der Hand drückte, „so wirst du nun nicht wehr ziichen."

Der eigentliche Ort des Schlachtfeldes ist schwer zu bestimmen;die Alten bezeichnen ihn nur unbestimmt unter dem Namen desL.eucsburgcn-Haius: doch widerlegen die Angaben, welche sichin der Erzählung des Lacitus finden, die Meinung des gelehrten Geo-graphen Mannert hinlänglich, der jenes Schlachtfeld auf des Grän-zen der Grafschaften Lippe, Mark und des Herzognums Wesrphalensucol; sie stimmen viel eher mit der Sage überein, welche die Schlachtdes Harns nabe bei den Quellen der Eins und der Lippe, zu», chst derkleinen Stadt Detmold, vor sich geben läßt. Die beuachbarcen Onesind voll von Erinnerungen der denkwürdigen Begebenheit. 2 » ebendieser Gegend hat sich auch Karl der Große des Ermensul be-mächtigt, des Bildes von einem Krieger, weiches die von ihm bekämpf-ten Völker anbeteten, und das wahrscheinlich der letzte Ueberrest derVerehrung war, die die germanischen Nationen ihrem Befreier erwie-sen. Hermann, nachdem er die Freiheil seines Landes erfochten,blieb nicht unthätig udcr seine» Lorbeer» ruhend. Er zerstörte dieFestungen, die von den Römern an der Elbe. an der Weser und amRbem aufgeführt waren; er that mehr, indem er bei einer Nationden kriegerischen Geist pflegend nährte, den er imt Recht als die besteSchutzwehr gegen den Eroberunasdurst der Cäsar» betrachtete. SeineBemühungen waren ohne Zweifel nicht fruchtlos, aber er mußte gegenseine eigenen Mitbürger kämpfe», unter denen viele waren, welchender Friede um keinen Preis zu rheuer schien; unter ihnen Segest esvorzüglich, eines mächtigen Stammes Haupt, dessen einem andernFürsten verheifftne Tochter er entfuhrt takte. Gegcstes, von der Na-tlvnaipartei, deren Seele Arminius war, angegriffen, rief denGermaniens zu Hülse; die Römer eilten aus sein Verlangen her-bei, und befreiten ihn ans einer Art von Belagerung. Unter den Ge-fangenen, die in ihre Hände fielen, befand su» auch die Gattin Her-manns. AIS man sie demGermauicuS vorstellte, waren ihr Betragen,