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als wenn er vielleicht ja geantwortet hätte, ließ ihn auf die FestungKönigstein bringen, und gab den Befehl, dieses Geheimniß auszu-forschen. Hier machte nun Böttcher Versuche, und entdeckte un-gefähr im I. 170Z die Masse des Porzellans, das Sachsen eine er-giebige Qu lle des Reichthums eröffnete. Anfangs wurde es inDresden verfertigt, aber im Jabre 1710 in Meißen eine Fabrik er-richtet, worin Böttcher bis an seinen Tod, der den 14. März1719 erfolgte. das Verfahren zu vervollkommnen bemüht war. DerKönig hatte ihn zur Belohnung in den Adelstand erheben lassen.
Völliger (Karl August), Hofrath und Pagen-Studiendirek-tor zu Dresden, geb. 1760 zu Meichenbach im Sächsischen Voigrlan-de, wo fein Vater Konrektor war. — Wer von Gelehrten und Dilet-tanten, Lehrern und Jüngern, wer unter den, wenn auch nur hieund da der Schminke nach, Gebildeten des stärker» und schönen Ge-schlechtes kennt nicht diesen Namen, der sowohl in den wichtigste»ernstesten Zweigen der Wissenschaft und Kunst, als auch in einer sel-tenen Anwendung der liebenswürdigsten Eigenthümlichkeiten feinetzahllosen Kenntnisse sich ein unvergängliches Andenken mir einer über-all siegenden Leichtigkeit erobert hat? — Nennt man ihn Philolog,Archäolog, Aesthetiker. Literator — so faßt man unter diesen vielHaupttiteln nur versuchsweise den unerschöpflichen Schatz des Wissestzusammen, der ihm die Bewunderung und die Dankbarknr seinesZeitalters und die stete Verehrung der Nachwelt verschafft undsichert. Doch wir wenden uns zu einer kleinen Uebersicht seines kürWissen,chaft und Kunst -um Verbrauche für Ernst und Scherz sothatenreichen Lebens. — Ausgerüstet mit allen Waffen der Gelebr-samkeir, begann er den wichtigern Abschnittseiner Laufbahn (i?yr)als Direkror des Gymnasiums zu Weimar, wobei ihm noch die Stelleals wirklicher Oberkonsistonalrath übertragen war. Mit seinem Er»scheinen ging für We Mars höbe Schule eine neue Morgenröthe am,»nd bald auch erntete der ran lose Böttiger Früchte feiner Reforme»in Lehrart und Disc plin, wobei er aber schon dorr die weise Vorsichtwalten ließ, die jeden seiner Schritte bezeichnet. Die Superivritatseines Geistes, die Allseitjgkeit der Bildung, der richtige scharstBlick, der sichere Takt, der ihn durch alle Klippen glücklich hindurch-sührte und stets fein treuer Pilote geblieben ist, dieses alles u»glücklichsten Verein verschaffte ibm in kurzer Jetc nicht nur das Ver-trauen seiner Kollegen sondern auch die Annäherung Vieler, dstum den Genuß sirner Bekanntschaft wetteiferten, und vor allem d ehoch« Achtung des Hofes. Vorzüglich ward er bald der sehr geschabteGesellschafter der damaligen Herzogin Mutter, der durch den Ve-teran Wielapd so sehr gefeierten Amalia, und hier war auch gleich-sam der Centralpunkt, wo Böttiger und Wieland zu gemeinsamerThätigkeit sich einien. In diesem Verhältnisse wurden beide Freun-de/und so kam es auch, daß Böttiger von Wieland in der Folgedie Redaktion des Neuen Deutschen Merkurs übernahm. Währender nun so auf der einen Seite dem ernster» Berufe bor Gelehrsam-keit c>ls Philolog, Literator und Lehrer den einen Theil seiner Krasiewidmete, arbeitete er zugleich auf der andern für die Kunst, wo be-sonders zweierlei Gegenstände, das Thraker und die Archäologie,interessirten. Auf beiden Endpunkten aber traf er immer freundn«Mit einem verwandten Wesen zusammen, denn Herder, Göthe, Wst-land, Kraus und Meyer bildeten mir «Völliger den strahlenden Kreisum die erhabenen Beschützer vvm damaligen Deutschen Athen. Und