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mit der Post kommen! Außer dieser Verschwendung kaufte er mSachsen und Polen, die ansehnlichsten Güter, schaffte sich eine kost-bare Bibliothek, ein Kunst- und Mineralicnkabinet, Gallerten vonkbenern Gemälden u. s. w. an» So lebte er, ohne die geringsteKenntniß des Finanzwesens, in den Tag hinein, so lange die SteuerKredit hatte , und da diese in Verfall gerirlh, wußte er auch aus die-sem Nutzen zu ziehen, indem er die Steuerlcheiue wohlfeil einkaufteund solche der Steuer wieder für voll anzurechnen wußte, sodann, ret-tete er sich mit dem Könige nach Warschau, wo beide bis zum Hn-bertsburger Frieden blieben. Er sowohl, als der König, kamen schonkrank aus Warschau, und wenige Wochen nach des Königs Todefolgte ihm Brüht, nach einem schmerzlichen Krankenlager, am 28.Oktober 1768. ,
Brüht (Friedrich Alvystus Reichsgraf von), ältester Sohn desGrafen Hsinr. von Brühl, von dem im vorhergehenden Artikel ge-handelt worden ist, wurde den Zl. Juli i7zy zu Dresden gebore«. Ersindirte in Leipzig und Lepden. In seinem.ly. Jahre wurde er schonPolnischer Kron-Geueralfeldzengmeister.. Er dvrchreisete ganz. Eu-ropa und machte ungeheuern Auswand; wohnte auch im 7jährigenKriege einigen Feldjäger» der Oestreichs bei. ^ Nach dem Tode Au-gust des Dritten verlor er seine Bedienungen in Polen und Sachsen.Jedoch sobnke er sich,mit Skanislaus wieder aus, und erbieir einigeBedienungen zurück. Sein Lieblingsaukenthalr war Pforten inder Niederlausitz, wo er auch seine letzten Lebensjahre in stiller Abge-zogenheit für die Wissenschaften und seine Freunde lebte. Bei einemBesuche, den er seinem Bruder Karl (kömgl. Preuß. Generallieute-nanl und Odeksthvfmeister) in Berlin machte, starb er dort den 30.Jan. 17YZ. Natur und Studium hatten ihn zu einem Ideale einesgebildeten Weltmannes erhoben. Er war einer der schönsten Män-«cr und besaß dabei eine bewundernswürdige Leibesstärke. In derFertigkeit zu schießen, zu schwimmen und zureiten suchte er seinesGleichen. Er spielte alle Spiele, sowohl die, wozu Kraft und Ge-wandtheit desKvrpers erforderlich sind, als alle sonstigen mit der höch-sten Feiuheit. Das mechanische Fach kannte er in seinem weite-sten Umfange. Beinahe alle Europäische Sprachen sprach und schrieber mit Grazie und Ausdruck. Von seinen Einsichten in die schoneLiteratur und Schauspielkunst zeugen seine schriftstellerische«Arbeiten *). In der Musik war er auf dem Basson Virtuose undIkiclte sonst fast alle Instrumente. Er.zeichnete und malte mit Ge->stmack und Einsicht. 3 « den mathematischen Wissenschaften hatte ersich die ausgebreitetsten Kenntnisse erworben, befvnher» in der Artil-lerie und der damit verbundenen Lustfeuerwerkerci. Um sich von dererstem genaue Kenntniß zu verschaffen, arbeitete er z» Augsburg fastn» ganzes Jahr unerkannt in der Stückgießerei. Seine Thätigkeit:>var außerordentlich. Dabei lebte er äußerst mäßig, was sich bei Cha-rakteren seiner Art höchst selten findet. Er aß w>Mg und trank bei-nahe keinen Wein. Er harre eine sonderbare Gervais über den Schlaf:Mehrere Nächte konnte er ihn ganz entbehren und auch gleichsam in«Math schlafen. Die Kunst der Unterhaltung war sein Triumph.
Seine Wissenschaft war Freude,,
^ . Seine Kunst Geselligkeit.
«eine theatralischen Arbeiten , die eine Zeitlang mit Beifall auf den
') Er war auch selbst vollendet« Schauspieler,tonv. Lex. Erster Land, Bb