Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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Welt gut sey. Den Geist dieses Werk« hat er selbst fn folgendenDialog znsammengedrängr: „Was ist die Welt? ein pudelnär-risches Ding; was ist die Bestimmung des Menschen? rasendzu werden." Candide, der Held dieses Romans, ist ein junger«»erfahrner, aber sehr gutmüthiger Mensch, den bin Pedant, Pan-glvß, als Hofmeister führt. Diesen letzten setzt Voltaire allen Strei-chen des Schicksals aus, und laßt ihn unter den empfindlichsten der-selkeu stets in die Worte „alles ist gut" ausdrechen. Rousseausagt selbst in seinen Geständnissen,' daß itm Voltaire unter demPaugloß habe lächerlich machen wollen, und ficht den Candideals d>e 'Antwort auf seinen Brief an, den er an Voltaire über des-sen lä kerndes Gedicht auf die Zerstörung von Lissabon geschrieben.

Handireu, verzuckern, mit Zucker einmachen. Canditor,«der gewöhnlicher Couditor, ein Zuckerbäcker; der feine Zucker-waare macht.

Caneelstock. Zimmetstängel, so nennt man in Holland einengroßen Pokal mit Rheinwein und Zucker, worin sich ein Cancelstock(Röhren Zimmer) befindet, welcher allen Freunden und Bekannten,die sich nach der Wöchnerin erkundigen, präsentirt wird. Dieser Ge-brauch herrscht in allen Ständen.

Canitz (Friedrich Mudoplh Freiherr von), geb. zu Berlin iszg,verdient als Deutscher Dichter und als Hersteller eines richtigern Ge-schmacks gewiß auch eine dankbare Erwähnung. Zwar war er Ge-schäftsmann. als welcher er in auswärtigen Anqeleaenheiten unterdem Kurfürst Friedrich Wilhelm und dessen Nachfolger gebrauchtwurde, und auch die Stelle eines wirklichen geheimen Raths erhielt;allein schon in seinem Vaterlande genoß er den besten Unterricht; undnun, da eben jene Geschäfte öftere Reisen erforderten, so erhielt ereben dabei Bildung und Geschmack von den 'Ausländern: er lerntedie vorzüglichsten Gelehrten, die besten Dichter auf seinen Reisen ken-nen, erhielt zugleich bei dem beständigen Umgänge mit Menschenaus allen Ständen eine gewisse Geschmeidigkeit und Feinheit in derBcurtheilungskraft, und so brachte er es bei seine« vorzüglichen Ta-lenten auch zu einem bedeutenden Grade in derDichtkunst, obgleich erkeine so reiche Einbildungskraft, oder einen so glänzenden Witz, alsdie Muster, die er nachzubilden strebte, besaß. Reinheit und Rich-tigkeit der Sprache, und ernste Harmonie seiner Verse, verbundenmit Leichtigkeit und Grazie im Versbau, stehen in seinen Gedichtenoben an, unter welchen ebne Zweifel seine Satyren, wo er wohlhauptsächlich sich den Boileauzum Muster wählte, den erstenPlatz behaupten. Hier legt der Dichter eine Menge brauchbarer Er-

> fahrungen und einen Schatz von Lebensweisheit nieder, durch welche

I er unvergeßlich wird, wenn auch vielleicht Weitschweifigkeit in seinem

Stvl einen nicht ganz unbedeutenden Fehler ausmacht. Er starb lüg-in seinem 45. Jahre.

> Canneliren beißt in der Baukunst aushöhlen oder auskehlen.Cannelirt, gereist, mit Reifen versehen, z. B. cannelirte Säu-len. Cannelirung, Hvblkchlung, rinnenförmige Vertiefung.

Cannibalen, die, natürliche Einwohner einiger der Anrilli-schen Inseln, welche die Gewohnheit haben, ihre Kriegsgefangenen, vder im Kriege Gctödteten zu fressen. Durch den Umgang mit denEuropäern haben sie etwas von ihrer Wildheit nachgelassen. Figür-lich beißen Cannibalen Unmenschen.

Eanning (Georg), wurde um 1770 in Irland geboren. Er