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Car
Cas
in seinen Operationen so schnell zu Werke gehen, daß er, um sichnicht der Gefahr auszusetzen, seine Umrisse zu verzeichnen, sich die-selben erst in eben der Größe auf starkes Papier zeichnet, von wel-chem er alles, was nicht zur Figur gehört, wegschneidet. Diese instarkes Papier zu diesem Behuf ausgeschnittenen Figuren nennt manCartons. Bei dem Gebiauche selbst umgeht der Maler den Randderselben mit einem hölzernen oder euernen Stift und zeichnet da-durch den Umriß der Figur in einer leichten Vertiefung auf den fri-schen Kalk. Insbesondere sind in dieser Art sie Rapnae lischtnCartons berühmt, welche er für Tapeten machte, und die manjetzt in England in dem Palaste von Hamptoncourt aufbewahrt. Siestellen siebe» Geschichten aus dem neuen Testamente dar, und sinddie vollkommensten Werke dieses große» Künstlers. Dorignv hat sienach den Originalen gezeichnet und in Kupfer gestochen.
Carrouche (Claude) einer der berücbtigsten und schlaueste»Diebe in Frankreich, erregte Schrecken im ganzen Reime, und führtebesonders mir Hülfe einer außerordentlich weit getriebenen Taschen-spieler-Kunst unerhörte Dinge aus. Seine sehr zahlreichen Anhänger,unter denen auch Geistliche waren, begingen nebst tbm häufigeMordthaten und Räubereien. Er wurde in Paris im Oktober 172kergriffen, und, ungeachtet er nichts eingestand zum Tode verurtheilt,worauf er alle seine Mitschuldigen angab. Seine Strafe war sehrhart, indem man ihm Arm und Beine mit einer eisernen Keule zer-schlug, welche Hinrichtung in Frankreich die Stelle des Rädcrnsvertrat.
Car tusche, die, hat verschiedene Bedeutungen: in bilden-den Künsten heißt es eine zierlich gemalte oder geschnitzte Einfassungzur Auf-oder Ueberschrift eines Wappens, Schildes rc.; dann istes bei den Soldaten eine kleine Patrontasche der Grenadiere; fernereine Patrone, d. i. die mit Pulver und Kugel gefüllte Ladung fürKanonen; endlich auch eine mir Kugeln, Nägeln, Stücken Eisen u.dgl. gefüllte Buchse (theils von Pappe, theils auch von Holz oderBlech), welche aus Kanonen geschossen wird —Kartätsche.
Caryatiden. Art Säulen oder Pfeiler, welche die Gestaltdes obern Theils weiblicher Körper haben und zur Unterstützung vonBalkons, Chören u. s w. gebraucht werden. Sie haben diesen Name«von der vormaligen Griechischen Stadt Carpa im Peloponne«, derenEinwohner bei einem Einfall der Perser in Griechenland abtrünniger-weise die Partei derselben ergriffen. Nachdem die Perser zurückge-schlagen waren, ward an der von den Griechen eingenommenen Stadtdie Rache ausgeübt, daß die Männer über die Klinge springen muß-ten , die Weiter aber zur Sklaverei verurtheilt wurden. Die Grie-chischen Baukünstler nahmen daher Gelegenheit, Säulen wie caryati-sche Weiber zu bilden, die, gleichsam zu Sklaven verurtheilt, schweleLaste» tragen mußten. Nach Lessing waren Caryatiden, die in Ca-ryä zu Ehren der Diana (welche auch Caryatis heißt) ranzenden Spar-tanischen Jungfrauen, wovon die Bildhauer dann bei Äuszierung, be-sonders d s ,Pantheons, die Figuren, Gestalte» rc. entlehnt hätten.
Casakin, der, ein kleiner kurzer und enger Ueberrock, den manzur Bequemlichkeit anzieht.
Cas an, eine Russische Stadt an der Wolga, hat eine Festung,auch gute Tuch - und Saffian-Manufakturen. Die Einwohner, wel-che tbeils aus Russen, theils ans Tartarcn bestehen, treiben starkeHandlung nach Sibirien und China, und in alle Theile Rußlands-