Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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Bewundernswürdige leistete. Erfreulich begann er seine neue poetischeLaufbahn mit dem Schäferroman Galatea (1584), nach dessen Er-scheinung er sich bald verheirarhcte. Da dies ihm bald einen größerenErwerb nothwendig machte, so widmete er sein Genie der Bühne,und lieferte in einem Zeiträume von zehn Jahren gegen dreißig Dra-men , unter denen sein Trauerspiel Numancia als einzig hervor-ragt, und qa genialer Kraft, kühnem Pathos und edler Ausführungan Aeschylus reicht. Nicht eben so glücklich war unser Dichter in einer !andern Gattung von Dramen, und zwar eben jener, wie sie der Spa-nier vorzüglich liebt, einem Gemisch von Intriguen, Abenteuern undWundern vielfach in einander verschlungen, und dies war unstreitigder Grund, warum er von Lope de Vega, der eben hier seinenPlatz fand, verdrängt ward. Nicht ohne Verdruß, wie es scheint,zog er sich deshalb von jetzt an vom Theater zurück. Von einem klei-nen Amte in Sevilla lebte er beschränkt genug, und erschien zuerstnach zehn Jahren wieder als Schriftsteller, und nun ganz erst in derSphäre, die seinem Genius vornehmlich angemessen war, und miteinem Werke, das seinem Namen die Unsterblichkeit sichert. Es istsein Don Quirote, von welchem die Rede ist. Die Veranlassungzu diesem klassischen Werk erzählt der Biograph des Dichters also.„In den Verrichtungen seine« Amtes mußte Cervantes durch dieProvinz la Manch« reisen, wo er auf einem Dorfe Händel bekam,

Lei denen er von den Einwohnern mishandelt und ins Gefängniß 'geworfen wurde, worin er den Anfang seines Romans arbeitete. DerOrt hieß Argamesilla. Ohne ihn zu nennen, machte ihn Cervanteszum Geburtsort seines abenteuerlichen Ritters, und gab dadurch den IBewohnern der Provinz eine Unsterblichkeit, die als Belohnung fürdie bei thuen gefundene Aufnahme unstreitig die beste Rache war, dieer nehmen konnte." Wie viel Wahres an diesem Bericht seyn mag,kann füglich auf sich beruhen; wichtiger ists ohne Zweifel, daß Cer,vantes mit diesem Werke eine Reform des Geschmacks und der Denk-art bei seinen Landsleuten beabsichtigt hatte. Jenem abenteuerliche»Heldengeiste mit allen feinen schlimmen Folgen, deren Quelle dieRilterromane waren, wollte er ein Ende machen. Wie es aber da-mals um jene Ritterromane stand, ersehen wir aus dem hochnoth-peiiilicken Halsgericht, welches Cervantes im Don Quirote selbst mitihnen halten läßt. Wollte nun aber der Dichter seinen Zweck errei-chen, so halte er kaum ein anderes Mittel als Parodie, nm welcher ersich aber, da aller ironische Ernst nur von den Klügeren verstandenwird. der G-fahr aussetzte, misverstanden zu werden. Der Erfolghat wenigstens bewiesen» daß dies der Fall war: denn da Cervanteseinen Beschützer für fein Werk suchte, den er in dem Herzog vonVelar glaubte gefunden zu haben; so weigerte sich dieser, die Dedika-tion eines Ritterromans anzunehmen. Als freilich der Dichterendlich erlanat harte, dem Herzog nur ein einziges Kapitel darausvorlesen zu dürfen, so änderte sich des Herzogs Meinung gar sehr,und enkiückt von dem Gehörten, bat er nun selbst um die Dedikation.Der erste Theil erschien , und wurde mit allgemeinem Enthusiasmusaufgenommen, den bald das ganze gebildete Europa mir dem Vater-lande tes Dichters theilte. Zwar suchte man hier manches in demWerke, was der Dichter keineswegs hatte geben wollen, theils einenwirklichen Ritterroman, theils saryrische Angriffe auf bekannte Per-sonen (welche Meinung freilich Cervantes selbst durch eine anonymeKritik veranlaßt hatte): allein die entdeckte Täuschung wirkte nicht«