78 Cry
zur Beichte gelassen, ihm keine letzte Oelung ertheilt rc., und mansieht leicht von selbst, was für einen Ertrag diele geistliche Steuerabgeworfen bat: man berechnete sie für Spanien und Amerika ausanderthalb Millionen Thaler. Auch Portugal erhielr izyi eineähnliche Krenzbulle z»m Unterhalte der Festungen in Afrika.
Cryp.to, heimlich, geheim; z. B. ein Crypto-Calvinist: einheimliche» Anhänger des Calvinischen Glaubens. Cryptographie:die Geheimschreibeknnst. Cryptogamic: die heimliche Ehe. Cry-ptogamisch: (in der Bdtanik, Pflanzenlehre) von 'niibekannterFvrtpflanzungart. Cryptonymus: einer, der seintn Nainen ge-heim hält. Crypro-KatholicismnS, Crypto - Jesu itis-m»s: oje im Verborgenen herumschleichende Lehre der Päpstlerund Jesuiten. In den 1780er Jahren war hiervon viel die Rede.Man witterte allenthalben geheime Obern,. Papstthum und Jesui-ten. Insbesondere zeichneten sich Fr. Nicolai und Biester beidieser Jcsuitenriecherei aus, uild »nachten die von letzter»» re-digiere "Berliner Monatsschrift zum Tuuimclplatzc ihrer FehdenUnd Denunziationen, die besonders den Hdfprediger Stark inDarmstadt trafen. Kotzebue persiflirte hierüber diese Herren, diesich überhaupt sehr lächerlich geinacht haben, in Bahrdt »ult der eiser-nen Stirn treffend, wenn auch z>» derb.
Erystall. i),Ueberhaupt ein Körper, der sich in eine ge-wisse regelmässige Gestalt nach und nach gebildet hat, oder ein sol-cher Theil eines Körpers. In dieser weitesten Bedeutung bildensich die meisten festen Körper in gewisse regelmässige Gestalten,oder setzen sich in Crystalle an. Diese Bildung in solche Gestaltenist besonders deutlich wahrzunehmeit, wenn flüssige Körper, sowohlMetalle als auch Wasser, und besonders aufgelösete Salze, nachund nach erkalten und in einen lösten Instand übergehen, wobeisich nach Verschiedenheit der Körper und nach bestimmten Naturge-setzen verschiedene Gestalten zeigen. Ein Körper bildet Crystalle,setzt oder schießt in Crystalle an, wenn bei seinem Ucbcrgange ausdein flüssigen Zustande in einen festen, seine Theile sich in gewissenmehr oder weniger regelmäßige» Gestalten und Richtungen verbin-den, die außerordentlich verschieden sind, und bald Sterne allerArt, bald Vierecke, Vielecke, regelmäßig und unregelmäßig, baldSäulen von allerlei Gestalten und verschiedener Anzahl der Seiten-flächen u. s. w. vorstellen. 2) In engerer Bedeutung, gewisse Körper,die sich in solche regelmäßige Gestalten gebildet haben. So werdenvorzugsweise völlig reine und durchsichtige Kiesel, die sich gewöhn-lich In sechsseitigen Säulen, deren Enden in Spitzen anslaufen,indem die Seitenflächen ihre Richtung verändern und sich untergleichen Winkeln brechen, erzeuge», Crystalle genannt, oder Berg-crystallc, weil sie in den Klüften der Gebirge entstehen ( 5 ilsxouarrnm °ry5lali„i). Weniger durchsichtige heißen Quarzcry-jtallc. Man findet die Crystalle entweder einzeln am Mutterge-stein angewachsen, oder gehäuft, in welchen, Falle sie Ctystall-drufen heißen, und »na» vermuthet üicht ohne Grund, daß sieaus einem ursprünglich flüssigen Zustande in einen festen überge-gangen sind, indem man zuweilen sreinde Körper in denselben ein-geschlossen gefunden hat. Die farbigen Crystalle, welche manfindet, werden wegen ihrer Aehnlichseit mit dichtem Flußspathö/von dem sie sich aber besonders dadurch unterscheiden, daß sie «mStahle Feuer gebe», Crvstallflüsse genannt. Man gebraucht