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nannt. Der ursprüngliche Zweck desselben war, die christliche Meli-eio» gegen die Ungläubigen zu vcrkbeidiqen und die Kranken imheiligen Lande zu pflegen. Nacd und nach machte er mehrereCrobernugcn und gelangte zu großen Reichthümern. Der Hoch-meister wohnte anfangs zu Jerusalem, nachher aber, als das hei-lige Land wieder an die Türken verloren gegangen war, zn Venedig.Um das Jahr 122g wurden die Deutschen Ritter von den Polen ge-gen die Preußen zu Hülfe gerufen, die auch nach einem dreiundfunfziglährlgen Kriege die Oberherrschaft des Ordens anerkennen unddie christliche Religion annehmen mußren. Darauf »ahm der Hoch-meister seinen Sitz zu Maricnburg in Preußen. Aber die Regierungdes Ordens war so drückend, daß sich Vorderpreuße» schon im rz-Jahrhunderte an Polen ergab. Auch für Hinterpreußen mußte dekOrden die Polnische Lebnsherrschaft anerkennen, und als er sich der-selben zu entziehen suchte, gerieth er mit Polen in einen Krieg, wel-cher sich damir endigte, daß er auch Hinterpreußen verlor, welchesizaz dem damaligen Hochmeister, Markgraf Albrecht von Branden-burg, als ein erbliches Herzvgthum erhellt wurde. Hierauf hatte derHoch- und Deutschmeister seimn Sitz zu Mergentbeim, und war eingeistlicher Fürst. Die Besitzungen dieses Ordens, welche Ballett»hießen und in Commenthureicn abgetheilt waren, läge» in verschie-denen Ländern zerstreut. In Folge des Wiener Fried!»« von Igo-ist der Deutsche Orden völlig aufgehoben und die Guter derselben sindden Fürsten anheimgefallen, in deren Ländern sie sich befinden. M-'t-gentheim wurde dem Königreiche Wirtemverg emvrrleibr.
Deutschland. —Einst gab es ein Reich, umfassend ein Arealvon ir,vc>o Quadratnikileu, bevölkert von zo Millionen Mensche»,der Mittelpunkt Europäischer Kultnr und Industrie, mit überwiegen-der Kraft durch seine innern Hülfsmittel int Conflicte der Staa-ten. Es hieß Deutschland. Jetzt gibt es nur noch LänderDeutscher Völkerschaft, und unter diesen einen Staatenverein, der„Rheinbund" genannt wird, und welcher Deutschland vok-stellr. Äre jenes Reich entstand, wie es wieder,nach einer fast tausendjährigen Dauer, zerfiel, und wie derneue Bund sich Hilde te, diese drei großen Begebenheiten ver-einigen sich zu einem erhabenen Gemälde, das alle menschliche Lei-denschaften in Anspruch nimmt, das man ohne höchste Bewundern»«und die tiefste Rührung nicht betrachten kann. Auf des heil. Römi-schen Reichs Trümmern stehen wir jetzt, wie auf den bemooste»Mauern einer seiner allen Festen, und lesen sein Schicksal in de»Jahrbüchern der Vorzeit.
Zwischen dem Mheine, der Donau, Weichsel, dem nördlichen undwestlichen Ocean lag Germanien, ein Land von wildem Charakter,bedeckt mit unermeßicden Waldungen, die kaum ein Evnnenstraidnnboranq, nnd mit Sümpft», deren Ausdünstungen nur die zahl-losen Raudthiere und rauhe Nomaden, die es belebten, zn ertragt»vermochte». Griechenland und Italien standen als wodlgebildeteStaat.n bereits im höchsten Flore der Kultur, als zu ihnen die erstedunkle Knnoe von Germanien und seinen Bewohnern gelang. A»^dem Osten Suropa's waid der menschenleere Westen bevölkert. Amder Lmie von der Weichsel bis an den Pontus Eiiriuus (das ichw«"eMeer) b. rab, drängten sich die Wohnung-suchenden Vöikrrmaift"nach der Dona», über de» Rdcin, die Alp»n nnd die Pvrenäe». D»wurden Gallien und Hispanien bevölkert, und in Germaniens dichte»