Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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IIS Isthmus Istria

cherheit, den Zutritt zu den Spielen versagen möchten. Da nundiese ebenfalls nicht in ihr Begehren willigen wollten; so belegteWolione alle Eleer mit dem entsetzlichsten Fluche, wenn sie an die-sen Spielen wieder Antheil nehmen würden. Die Wirkung diesesFluchs dauerte selbst noch unter Pausanias fort. Wie oft übrigensdie istbmischen Spiele gefeiert wurden, darüber sind selbst die altenSchriftsteller nicht einig. Plinius behauptet, dies sep jedesmal mitdem Anfange des fünften, Pindar hingegen, mit dem Anfange desdritten geschehen. In welchem Monate sie gehalten wurden, ist ebenso ungewiß; doch glaubt man, in einem Herbftmonate, weil, wel-ches jedoch gar kein Grund zu seyn scheint, das griechische Zeitwortistbinisrein auch für kränklich seyn gebraucht wird und der Herbstgewöhnlich Krankheiten mit sich bringt. Sie wurden mit derselbenPracht, wie die olympischen und andere öffentliche Spiele, ge-feiert; so wie auch die Kampfübungen gänzlich dieselben waren. Un-ter den isthmischen Siegern besingt Pindar den Herodotus aus The-ben, den Lcnokrates, Melissas, Phylacides, Pytheas, Euthyme-nes, Strepsiadcs und Kleander. Die meisten waren Pankratiasten.Als die Römer den macedonischen König Philipp überwunden hat-ten, wurden diese Spiele auf eine besonders ausgezeichnete Art ge-feiert. Der Consnl T. Ouintus Flaminius ließ nämlich wahrendderselben allen Griechen auf eine solenne Art ihre Freiheit ankündi-gen. Etwas ähnliches, freilich mehr zum Schein, that in der Folgeauch der Kaiser Nero, wie Sucton in dessen Leben erzählt. Nach-dem der römische Feldherr Mummius Korinth erobert und zerstörthatte, übertrug er die. Spiele den Sicyoniern, bis Korinth wiederaufgebaut worden war und seine alten Rechte wieder bekommenhatte. Die Sieger in diesen Spielen wurden anfangs mit Kränzen vonFichtenzweigen, nachher aber mit Kränzen von trocknem und welkemEppich geschmückt. Endlich wurden die Fichtenkränze wieder eingeführt.

Jstria (Histcrreich), ist eine Landschaft im nordöstlichenItalien, welche sich in Gestalt einer Halbinsel in den venetianische»Meerbusen erstreckt und gegen 64 geogr. üiMcil. groß ist. Siegrenzt an Krain, Friaul und Eroatien, hat ungesunde Luft, istaber fruchtbar an Wein, feinem Oele, Wiesenwachs, Honig, Ge-traide, Schiffbauholz, auch wichtigen Fischfang, Marmor und Bau-steinen. Die Einwohner der Städte sind von italiänischer Abkunft,die auf dem Lande hingegen sind slavischen Ursprungs und redeneine sehr rauhe Sprache. Männer und Weiber sind von festem Kör-perbau und der schwersten Arbeit gewohnt. Die Venetianer besaßenüber zwei Drittheile des Landes; das übrige, was gegen Nordostenliegt, gehörte Oesterreich und machte einen Theil des HerzogthumSKrain aus. Im venetianischen Antheile zahlte man 70,000 Ein-wohner. Seit dem Frieden von Campo Forimo besetzt Oesterreichauch diesen größeren Theil des Landes, zu welchem noch mehrerevenetianische Besitzungen gestchlagen und von Oesterreich 1804 zu demGouvernement von Trieft gezogen wurden. Als aber der österreichi-sche Kaiser in dem Frieden zu Presburg aus die sämmtlichen vene-tianischen Besitzungen Verzicht geleistet hatte, mußte er natürlichauch Jftrien an die französische Regierung abtreten. Zu Rovigno(Trevigno) wird der berühmte Muscatwein nur ausgetreten,nicht ausgepreßt. Das Amphitheater zu Pola (ehemals eine sehrbedeutende, jetzt verödete Stadt) war in alten Zeiten sehr be-rühmt und mochte leicht gegen 18,000 Menschen fassen. In, den al-