Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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ZZ8 Keith Keiser

dem er voll brennenden Eifers, sich zu unterrichten, Italien, duSchweiz und Portugal durchreist war, bot sich ihm die Gelegen-heit dar, dem Iaar Peter l. 1717 zu Paris vorgestellt zu werde».Dieser bot ihm Dienste an, welche Keith aber ablehnte, um nichtin die Lage gesetzt zu werden, gegen Carl Xll., für welchen ereine große Verehrung hegte, streiten zu müssen. Er reiste daraufnach Madrid, wo der Herzog von Lhria ihm eine Stelle unterdem irländischen Regimente verschaffte. Als kurz nachher der Her-zog, welcher Keith zu seinem Schützlinge erwählt hatte, zum außer,ordentlichen Gesandten nach Petersburg erwählt worden war, stbegleitete ihn Keith dahin und trat dann in die Dienste der Zaa-rin, welche'ihn zum Brigadegeneral und bald darauf zum Gene-rallieutenant und Ritter des schwarzen Adlerordens ernannte. Hierzeichnete sich Keith in allen Schlachten, welche unter der Regie-rung dieser Kaiserin gegen die Türken geliefert wurden, durchseinen Muth aus, und war bei der Eroberung von Otschakow dererste, der die Bresche erstieg, wo er an der Ferse verwundet wurde.In dem Kriege mit den Schweden stritt er in Finnland und erwar es, der sowol den Gewinn der Schlacht von Wilmanstrandentschied, als auch die Schweden von den Alandsinseln in der Ost-see vertrieb. In dem Frieden zu Abo (174Z) ward er von derKaiserin als Gesandter an den Hof von Schweden gesandt, mer sich durch seine Pracht auszeichnete. Als er nach Petersburgzurückgekehrt war, schmückte ihn die Kaiserin mit dem Marschalls-stabe Da aber dennoch seine Einkünfte in Rußland immer seh»mäßig blieben, so begab er sich an den Hof des Königs von Preus-sen, der darauf bedacht war, talentvolle Männer in seine Dienstezu ziehen. Dieser Fürst setzte ihm einen bedeutenden Gehalt auiund schenkte ihm sein unumschränktes Vertrauen. Keith durchreist!mit ihm einen großen Theil Deutschlands, Polens und UngarnS.Als im Jahre 1756 der siebenjährige Krieg ausgebrochen war, stging Keith als Feldmgrschall mit einer preußischen Armee nachNiedersachsen. Er war es, der nach der aufgehobenen Belagerungvon Olmütz 17S8 den merkwürdigen Rückzug des BelagerungscorvSdeckte, aber auch in dem nämlichen Jahre, als Daun das Lagerder Preußen bei Hochkirchen überfiel, getödtet wurde. Keith warein Mann von großen Talenten und von ausgezeichneter Tapfer-keit, der viel über die Kriegskunst nachgedacht hatte, aber auch an-dere Eigenschaften besaß, die ihm die Hochachtung rechtlicher undbraver Männer verschaffen mußten. Mylord Marschall, sein Bru-der, schrieb an Madame Geoffrin nach Paris: ,,Denken Sie sich,welch' eine große Erbschaft mir mein Bruder hinterläßt Er hat,an der Spitze einer großen Armee, Böhmen gebrandschatzt, und ichhabe siebenzig Dursten bei ihm gefunden!" Der große Friedrichschätzte in wichtigen Angelegenheiten Keiths Rathschläge, so wie beiseinen Vergnügungen dessen beständige Gesellschaft. Der Marschallhatte die Idee gehabt, mehrere Tausende kleiner, ganz bewaffneterSoldaten in Erz gießen zu lassen, und der König und er beschäff-tigten sich oft damit, mit dem Manövre derselben ein gewissesKriegsstudium zu verbinden.

Keiser (Reinhard) ward im Jahre 1675 zu Leipzig geboren,Und erhielt daselbst auf der Thomasschule seine erste wissenschaft-liche Bildung. Nachdem er hier ebenfalls die Universität bezogenhatte, fing sich sein nachher s» ausgezeichnetes musikalisches Talent