488 Kunz von Kausungen ^
den, Indem die meisten bei einem Schmause in der Stadt waren, ^Durch Schwalbend Beihülfe wurden an einem geöffneten FensterSteigleitern befestigt, auf welchen Kunz nebst s ferner kühnstenWegleiter in das Schloß gelangte, Ms vormaliger Schloßhauvt-mann kannte er alle Zimmer und Gänge, Nachdem sie die Ge-mächer der Kurfürstrn und ihrerFrauen durch Anwürfe von außenverschlossen hatten, drangen sie in das Zimmer, wo die Prinzenmit einer alten Kammerfrau derKurfürstin schliefen, Kunz ent,führte den älteren Prinzen Ernst, und trug Wilhelm von Mosenauf, ihm den jängern, Albert, nachzubringen. Dieser aber hatteZeit gefunden sich zu verstecken, und statt seiner bemächtigte sichMosen des jungen Grafen von Barby, der mit dem Prinzen inEinem Bette schlief. Man war schon auf dem Schloßhofe, altKunz den Irrthum gewahr wurde. Er übergab sogleich den Prin-zen Ernst seinen Gefährten, und holte selbst den Prinzen Albert.Änterdeß war im Schlosse Lärm geworden, und die Kurfürst!», .welche aus dem Fenster Zeugin des Borgangs war und Kunz er-kannte, flehte um Schonung und begleitete ihre Bitten mittengrößten Versprechungen, ohne Gehör zu finden, Ihrer Verabre-dung gemäß trennten sich die Verschwornen, um auf verschiedenen ^Wegen nach Bohmen zu gehn. Kunz eilte mit dem Prinzen Albertauf dem kürzesten Wege der böhmischen Gränze zu, während ,Schönfels und Mosen mit dem Prinzen Ernst auf einem Umwegedahin zu gelangen suchte. Mit Schnelligkeit verbreitete sich jetztdie Nachricht von dem geschehenen Raube; allenthalben ertönte dieSturmglocke, das ganze Land war in Bewegung, Kunz hörte denSturm aus der Ferne und beflügelte seine Flucht- Er ivar durch idie Rabensteiner Wälder und die Gegend des in der obern Graf-schaft Hartenstein gelegenen Schatzensteins in die Gegend von El-terlein und Grünhain gekommen, Kaum war er noch eine kleineMejle yon seinem Ziele entfernt. Diese Nähe flößte ihm Sicher- jheit eist; es war schon Mittag vorüber, die Sonne brannte gewal-tig und der Prinz klagte, daß er yor Durst verschmachten muffe. ,Nachgiebig hielt Kunz, der bis auf seinen Knecht Schweinitz und ,noch einen andern seine übrigen Begleiter auf Kundschaft voraus-geschickt hatte, sein Roß an, und Alle stiegen ab, um einige Beeren ,zu Mücken. Ein Köhler, Namens Schmidt, dex in der Nähe sei,nen Mittagsschlaf in Gesellschaft seines Hundes hielt, erwacht» ,von dem Geräusch, Er hatte die Sturmglocken aus der Ferne ge- ihört, zind der Anblick gewappneter Männer weckte in ihm Wer- iLacht. Er näherte sich mit seinem Schürbaum und fragte Kunz,wer er seh. Während des Gesprächs verwickelte sich Kunz mitseinen Spornen im Gestvippe und fiel hin. Diesen Augenblick be-nutzte der Prinz, sich dem Köhler zu erkennen zu geben, welchermit seinem Schürbaume die Knechte niederschlug, Kunz, der sichnicht so schnell aufraffen konnte, fest nahm, und mit. Hülfe herbei-gerufener Köhler sich sämmtlicher Rauher bemächtigte. Hätte derPrinz nicht selbst für Kunz gebeten, so würde dex Köhler ihnunfeylbgr todt geschlagen haben. Der Prinz wurde hierauf mitMilch, Bxod und Wasser gelabt, die Gefangnen aber dem Abt Li-boriu? in Grünhain übergeben, der sie dem Vogt von Zwickau,Veit von Schönbnrg zusandte. Am folgenden. Tage wurde derPrinz, vntev Schmidts Anführung, von vielen Köhlern und Klo-sterknechten begleitet, im Lrtnmph nsch Altenburg geführt und der