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Fünfter Band. Von I bis L.
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Lavoisier 609

aber dehnte er sie weiter aus, entdeckte deren neue und bewirktedurch die Anwendung derselben auf die Wissenschaft selbst eine voll-kommene Umwälzung derfelben. Ein derAkademie Ende des Jahrs1772 übcrgebener Aufsatz beweiset unwidersprechlich, daß er schondamals die wahre Ursache gefunden hatte, warum ^die Metalle,wenn man sie dem Feuer aussetzt, ein größeres Gewicht erhalten.Diese richtige Entdeckung, die der ganzen neuern Chemie zur Basisdient, warf jene allgemeine und unsichere Theorie des Phlogistonsgänzlich über den Hausen. Seit der Zeit boten 40, in der Aka-demie während -c> Jahren von ihm vorgelesene Denkschriften, dieer hernach in einen Band zusammendrucken ließ, das Ganze einerLehre dar, welche alle chemischen Erscheinungen in sich faßt. La-voisier schuf von nun an eine ganz neue Wissenschaft: er verän-derte in der Chemie sowol die Art, zu experimentiren, als die Art,zu räsonniren, mit einem Worte, er brachte ein System in dieseWissenschaft, wie sie es bis dahin gänzlich entbehrt hatte, undsetzte dasselbe mit einer solchen Klarheit und Bestimmtheit, undmit einer so bestimmten, nie wandelnden Hindeutung auf eineneinzigen Gesichtspunct auseinander, daß man wohl sah, er erfindeaus seinem eignen, ihm angebornen Genie. Dieß System wardnun von ganz Frankreich angenommen. Im I. 1789 stellte erseine sämmtlichen neuen Entdeckungen unter einen einzigen Ge-sichtspunkt auf und gab dieselben unter dem bescheidenen Titel:Irsite älenaentsive äs cliiinis (Elementarabhandlung über dieChemie) in den Druck, ein sowol der Form als dem materiellenInhalte nach gänzlich umgeschaffenes Werk, welches stets zumModelle ähnlicherWerke wird dienen können. Aber Lavoisier zeich-nete sich nicht allein in der Chemie von einer so hervorragendenSeite aus, sondern er bewies auch in den Gsschäfftsfährungen sei-ner bedeutenden Stellen eine so lebhafte Thätigkeit, einen so ge-übten Scharfblick, daß er auch hierin die allgemeine Bewunderungerregte. So hat er mehrere Werke über die politische Staatsver-waltung geschrieben, denen eine seltene Erschöpfung des Gegenstan-des beigemessen wird. Aber weder das hervorragende Genie, nochdie mitleidigen Gefühle, mit denen Lavoisier das Unglück jedesHülfsbedürftigen zu erleichtern bereit war, konnten diesen vor demwüthenden Berfolgungsgeiste des Rationalconvents in Sicherheitstellen. Als vormaliger Generalpächter erschien er, durch eine An-klagungs-Acte vor das Revolutions-Lribunal gerufen, mit seinenvormaligen Mitbrüdern und ward zum Tode verurtheilt. Er batum 14 Lage Aufschub, damit er noch zuvor einige wichtige Expe-rimente beenden könnte; aber man antwortete ihm, die Republikbedürfe keiner Gelehrten, und Lavoisier betrat am 6. April -794,im 5i. Jahre seines Alters, mit Heiterkeit das Blutgerüst. Erhat folgende Werke herausgegeben: Oxussules sliinii^uss st-igues (Kleine chemische und physische Werke), 1772, zwei Octav-bande; I4ouveIIes kässirercires sur l'existsncs ä'un kluiäs slss»rigus (Reue Nachforschungen über das Daseyn eines elastischenFluidums), 177Z, welches Werk seinem Verfasser den größtenRuhmverschafft hat; Support äes sorriirrisssires sirarAes äs k'exnrneiräu insKnstisms nnirnnl (Bericht der mit der Untersuchung desthierischen Magnetismus beauftragten Commission); ItilsUroäe äs»oinsnelnture ollinricxus (Neue Methode einer chemischen Nomen-klatur); Trsite sleirrsntscivs äs sirinris (ElrMentarabhandlUNgSvnv. llex. (N. Aass) V. JA