Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Lesüeur

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«k« hliiMf. Zu große Liebe für die Kunst, zu anhaltendes Stu-dium und zu angestrengter Fleiß hatten die Lebenskraft des jungenKünstlers frühzeitig aufgezehrt, und waren die Ursachen seines To-des. Ohne in das Lo-b einzustimmen, welches diss-m Künstler vonseinen Landsleuten ertheilt wird, indem sie ihn den französischenRaphael nennen, sö ist doch unleugbar, daß Lesüeur ein Maler vonausgezeichnetem Talent und von großen Verdiensten gewesen ist.Leme Ideen sind edel und erhaben, seine Komposition ist einfach,überlegt und wohl geordnet; die Zeichnung ist richtig, in gutem Ge.schmack, und beweiset sein fleißiges Studium d:r Antike und dergrößten italienischen Meister, besonders Raphael; feine Gewändersind künstlich, in großem Styl und wahr behandelt. Der Ausdruckseiner Figuren ist voller Lebhaftigkeit und Charakter, ihre Stellun-gen sind mannichfaltig, und nichts Manierirtes daran zu bemerken.Er arbeitete mit »»gemeiner Fertigkeit und Freiheit des Pinsels,seine Farbengebung ist lieblich und einfach, nur fehlt dem Kolorithinlängliche Wahrheit und Kraft, daher seinen Bildern eine gewisseEinförmigkeit, hie und da auch wohl eine z» große Zierlichkeit zurLast gelegt werden kaun. Daß Lesüeur eine so hohe Stufe derVollkommenheit erreicht hat, als man sie in srinen Werken findet,ist um fo bewundernswürdiger, weil er nie sein Vaterland, ja kaumsiine Vaterstadt verlassen, sich also nur nach den wenigen daselbstvorhandenen Vorbildern der Antike und der italienischen Schule ge-bildet hat. Raphael hat er vornehmlich nach den Kupferstichen desMarc Anton studirt. Lesüeur ist wegen dieser seiner Bildung alsder eigentliche Repräsentant der französischen Schule zu betrachten,denn Poussin, der noch über ihm steht, gehört doch mehr den Ita-lienern, als den Franzosen an. Lesüeur war ein Mann von sanf-tem, aufrichtigem Charakter, und wurde auch deshalb von Jeder-mann geachtet, ungeachtet die Eifersucht seines Nebenbuhlers Le-brün, der in der Kunst den Ton angab und den Geschmack tyramnisirte, seinen Ruhm bei Lebzeiten nie ganz emporkommen ließ.

Lessing (Joh. Gotthold Ephraim) geboren den -r. Januar>7-9 zu Kamenz, wo sein Vater Prediger war, ist weniger in derdeutsch!» Literatur, als in der Litcraturgeschichte, mit größtemMuhme zu nennen. Er war es, der zu einer Zeit, wo deutscheKunst und Wissenschaft in die entschiedenste Plattheit, ja Rullitätversanken waren, mit gewaltiger Kraft und schneidender Schärfedes Geistes das Richtige in seiner Richtigkeit darstellte, und so,kaun er bisweilen gleich selbst die Beschränktheit und Borurtheils-hastigkcit dsr Zeit, worin er lebte, nicht veriäugnen, der Erste un-ter den Deutschen, der universellen Geist der Forschung und Kritikaussprach, welcher in Wissenschaft und Kunst die Eigenthümlichkeitunsers Volkes macht. Was gleichzeitig Mit ihm Winkelmann undKlvpstock leisteten, beschränkte sich zu sehr auf abgeschlossene Sphä-ren, «m xjn neues Leben in der Literatur, mit der hierzu nöthigenVielseitigkeit, aufzuregen, Lessing aber selbst, jeder bewundernden Un-srundlichkeit gesch,uvrencrFeind,und gegen sich selbst schonungslos streng,wurde unwillig das Geschrei einer nun fast verstummenden Mengevernehmen, weiche ihn so gern zu einem der größten Dichter, voll-endeten Kunstkenner, kurz lieber zu allem in allein machte. WahrA es, allem ist ex thätig gewesen, allein so wie ee^ sich

stivst m« für einen Dichter schatten hat, so sind auch seine Trauer-