Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Lichtenberg

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stS kühne Gewißthu» in einer so ungewissen Sache zu führen ver-nichte, und schrieb 1773 eine Brochüre Timorus, d. i» Ver-theidigung zweier Jsraeliten, die durch die Kräf-ligkelt der Lavaterschen Beweisgründe und dergdttingischen Mettwürste bewogen, den wahre»Glauben angenommen haben, vokConrad Photo-lin, der Theologie und Bettes Lettres Candidaten.Liese Brochüre ist voll der witzigsten Satyren, und wird jetzt unvimmer mit Beifall gelesen werden, wenn sie auch ihr eigentlichesInteresse nur in jener Zeit haben konnte. Mit dieser Satyreauf die Physiognomiker noch nicht zufrieden, stattete er das göt-tinger Taschenbuch mit einem sehr interessanten Aufsätze aus:Ueber die Physiognomik wider hie Physiog nomen,zur Beförd erun g der Menschenliebe und Menschen-kenntniß, worin er das Schwankende der Sache zu zeigen unddie Möglichkeit einer wissenschaftlichen Physiognomik zu läugnensucht, derselben aber, als Aggregat von interessanten Bemerkun-gen, von besonnenen und scharfsinnigen Menschen mit Vorsicht undsteter Beachtung andrer Merkzeichen, seinen Beifall giebt. Zim-mermann in Hannover hatte Partei für Lavater genommen undwurde durch Lichtenbergs Ausfall auf denselben in Feuer gesetzt.Jener liest daher im Nov. des D. Merk. 1777 einen mit A. unter-zeichneten Nachruf erscheinen, worin Lichtenbergs Abhandlung einangenehmes Geschwätz voll verworrener Gedanken genannt wird,und dann ohne Namen einen kleinen Aufsatz Moses Wende l-sohns über Harmonie zwischen Schönheit und Tu-gend im D. Musäum (März, 1778) abdrucken, und begleitetedenselben mit einer bittern Vorrede, in welcher er, wie er bereitsfrüher mit Obereit gethan hatte, Persönlichkeiten mit der Sachean sich selbst vermischte. Lichtenberg, der sich seines aufrichtigenStrebens nach Wahrheit bewußt war, wurde durch AimmermannsAnfälle heftig erbittert. Er ließ daher einen Aufsatz in den Ham-burgischen Korrespondenten (1778, Nro. 89- einrücken, in welchemer thut, als rührten Aimmermanns Angriffe auf ihn von einemgroben Nachdrucker her, wobei die Linie offenbar überschritten undvon keiner Satyr« mehr die Rede sey, jedoch hinzusetzt, daß er ineiner Fortsetzung seines Aufsatzes: , üb er Physiognomik rc.jene Anfalle geziemend beantworten werbe. Diese Fortsetzung istjedoch nicht erschienen, vielleicht weil Lichtenberg behauptete, derStreit möchte dann zu weit geführt werden. Als Lavater 1763seinen Sohn nach Göttingen auf die Universität brachte, und zu-gleich seinen dortigen Gegner besuchte, wurde er freundlich vonLichtenberg aufgenommen, und beide söhnten sich vollkommen miteinander aus. Außer dem bisher Erwähnten ist nun nichts wei-ter über Physiognomik von Lichtenberg bei seinem Leben erschie-nen, als sein Fragment von Schwänzen, welches in Bal-dingerS neuem Magazine für Aerzte abgedruckt worden ist. Alsder Nachdrucker, Tobias GLbhard in Bamberg, einesi Artikel desBuchhändlers Dieterich in Göttingen nachgedruckt/ und noch dazusich deshalb sehr unhöflich öffentlich vertheidigt hatte, erließ Lich-tenberg zwei Episteln an denselben, in welchen er die Zunft der-Nachdrucker, mit seinem gewöhnlichen Witze, in ihrer ganzen Blö-ße zur Verachtung des ganzen Publikums darstellte. Hierauf un-ternahm xp mit Georg Förster, der jetzt Professor am Carolinum