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Fünfter Band. Von I bis L.
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Liebesmahle Liederspiel 7ktz

besondern mystischen Sinn gegeben hatte, nach und nach wiedersank, verloren sie sich um die Mitte des i^ten Jahrh, unter an-dern Parteien in England. Ir>

Liebesmahle, Agapen wurden in der ersten christlichenKirche die gemeinschaftlichen Mahlzeiten genannt, die der FeiendesH.Abcndmahls vorangingen. Menschen von allen Ständen speisete»dabei zum Zeichen der christlichen Bruderliebe unter und mit ein-ander, jeder trug dazu nach Vermögen das Scinige bei und dieReichen hielten die Armen frei. Diese von den Avosteln. angeord-nete und den Geist der Gemeinschaft in der entstehenden Christen-heit schön bezeichnende Sitte mußte indeß beim Anwachse der Ge-meine bald beschwerlich und wegen der dabei eingerisscnen Unord-nungen, um den Ruf der Christen zu schonen, durch Synodalbe-schlüffe im 4ten Jahrhundert abgeschafft werden. Die Brüderge-meinde hat die Liebesmahle wieder erneuert, und hält sie bei feier-lichen Gelegenheiten unter Gesang und Gebet mit mäßigem Ge-nusse von Lhee und Weizenbrot in ihren VersammlungssLlen. S.d. Art. Brüdergemeinde. Als etwas den alten Agapen Aeynlichessind die Tafellogen der Freimaurer zu betrachten. L.

Lied (in der Dichtkunst) ist bisher so unbestimmt benanntworden, daß es schwer wird, den eigentlichen Charakter desselbengenügend zu bezeichnen und es von den, ihm verwandten Gedich-ten der Ode und dem Hymnus zu unterscheide«. Im Aeußerlichenund Mechanischen zeichnet sich das Lied dadurch von den übrigenGedichten aus, daß es stets in gleiche Verse, ja auch in gleicheStrophen abgetheilt ist und diese wiederum stets dasselbe Metrumhaben, so daß alle Verse und alle Strophen nach einer und eben-derselben Melodie gesungen werden können. Dazu gehört ferner,daß jede Strophe, eine eigene Periode ausmachen, und daß jederNers einen für sich vollendeten Sinn haben muß. Innerlich dürfteder Charakter des Liedes auch in sofern verschieden seyn, als dasLied einen engern Kreis hat, in welchem es sich bewegt und den esnicht 'überschreiten idarf. Und dieser Kreis schließt alsdann dasMannichfaltige in der Darstellung gänzlich aus und bleibt nur beidem Einen stehen, bei dem Ergüsse des Gefühls. Die Ode hinge-gen schweift aus dem bloß Lyrischen auch in das Erhabene ausund berührt in ihrem Fluge das Geistige und das Irdische, dasHohe und das Tiefe. Vielleicht dürfte unter der Ode und demLiede derselbe Unterschied seyn, der sich zwischen dem Epos unddem Drama findet: in dem Epos ist das Mannichfaltige Haupt-sache und das Eine Nebensache; im Liede hingegen das Eine Haupt-sache und das Mannichfaltige Nebensache. Das musikalische Liedrichtet sich in seinem Charakter natürlich nach dem poetischen Liede:dieselbe Ruhe, dieselbe Einfachheit, einen weiten Umfang derTöne, keine schwer zu treffende Intervalle. Es giebt Volkslieder,Kriegslieder, Trinklieder rc., deren Charakter, da jedermann weiß,was darunter verstanden wird, keiner besondern Erklärsng be-darf. k>y.

Liederspiel unterscheidet sich, als neue Gattung des Schau-spiels , mit Gesang, von der Operette hauptsächlich dadurch, daßalle darin verwebte Gesangstücke bloß aus Liedern bestehen, dieentweder dem Publicum schon bekannt find, oder die der Lonsetzerdoch wenigstens in der Form des Liedes neu bearbeitet, und welchesämmtlich mit einex dem Liede angemessene» einfache» Znstrumen-