Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Linguet Linienschiffe 714

Graf von Vergennes die Erlaubniß ertheilt hatte, nach Paris zu-rückzukehren, ward Linguet, auf erneuerte Klage, am 27. Sept.1779 in die Bastille gesetzt, in welcher er über 2 Jahre verblei-ten mußte. Im Mai 1782 wieder m Freiheit gesetzt, machte ereine zweite Reise nach England und kehrte von dort abermalsnach Brüssel zurück, wo er sein Journal: politische Annalenherausgab, in welchem er dem Kaiser Joseph II. schmeichelte, derihn nach Wien kommen ließ und ihm ein Geschenk von 1000 Du-caten machte. Nichts destoweniger erklärte er sich in der balddarauf erfolgten Revolution der Niederlande gegen den Kaiser,mußte die Niederlande verlassen und kehrte 1791 nach Paris zu-rück, wo er vor der constituirenden Versammlung die Sache derSchwarzen gegen die Tyrannei der Weißen auf St. Dsmingo. ver-theidigte. Bei'm Eintritt der Schreckenszeit ward er vor das Re^volutionstribunal geschleppt und daselbst am 27. Juni 17Z4 zumTode verurtheilt, weil er, wie es hieß, in seinen Schriften dieDespoten 'zu Wien und London zu sehr gelobpreist hatte. Erstarb mit vielem Muthe und mit großer Ergebung. Bon seinenzahlreichen Werken, welche alle namhaft zu machen uns der be-schränkte Raum verbietet, sind zu merken: cklistoiro ües rsvolu-iions die l'oiiipiws romsin, 1766, 2 Vol. in-12, in welchem erdie Tyrannei der Fürsten und die Sclavcrei der Völker rechtfertigtund beiden die Lichtseite abzugewinnen sucht; IVlsiuoires sui InLsniUe, I-onclros 1783, welches das ausführlichste, aber vielleichtauch das parteiischste Werk gegen die Bastille ist, und in welchemLinguet den Despotismus jetzt eben so sehr verwünscht, als er ihnin dem vorigen Werke gepriesen hatte, und endlich seine, schontoryin erwähnte Knnslcs policigwes, welche 1777 begannen, meh-rere Male unterbrochen und dann wieder fortgesetzt wurden. DieseAnnalen, welche in einem lebhaften, hinreißenden Stvle, mit un-begrenzter Schonungslosigkeit und nicht ohne einen gewissen Scharf-blick geschrieben sind, dabei über Alles absprechen, hatten zu ihrerZeit ein außerordentlich großes Publicum.

Linie heißt bei dem Mathematiker eine Ausdehnung nachder Länge ohne Breite; sie ist aber entweder gerade oder krumm.3 n der Geographie und bei der Schiffahrt ist Linie der Aequator.Beim Decimal - Längenmaaße ist sie der zehnte Theil eines Zolls,der hundertste eines Fußes, der tausendste einer Ruthe. Bei derJngcnieurkunst nennt man Linie den aufgeworfenen Graben undBrustwehr, wodurch die Schanzen zusammenhängen, und welchezwei - und dreifach hinter und über einander angelegt werden. Inder Kriegskunst heißt Linie eine Reihe in Schlachtordnung stehen-der Soldaten (daher Linientruppcn).

. Linienschiffe (Kriegsschiffe) nennt man solche großeSchiffe, welche mit einer beträchtlichen Anzahl Kanonen, Munitionund Truppen ausgerüstet sind und theils zu eigentlichen Seege-lechten,^theils auch zur Bedeckung der Kauffahrtei - und Trans-portschiffe gebraucht werden. Sie heißen deshalb Linienschiffe, weilsie mit in der Linie fechten können. Der Unterschied ihrer-Größe,der nach Tonnen ^20 Centner) bestimmt wird, ihrer Verdecke undKanonen, verursacht auch einen verschiedenen Rang unter densel-3 » England giebt es 6 verschiedene Gattungen von Kriegs-schiffen: 1) von igLo bis 1700 Tonnen (d. h. welche eine Ladungton 3z,4«c> bis Z4,c,,s Centner führen können), mit 83 » bis 7S«