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Talente, ein eisernes Gedächtniß, einen treffenden Witz, die ldb-hasteste Einbildungskraft, den hellsten Verstand, den seltenste^Scharfsinn und den unverdrossensten Fleiß bemerkt. Er ging selbstzu den Eltern, stellte dem Vater vor, daß die Lehrer seines Soh-nes diesen nicht beurtheilen könnten, und der Mutter rieth er, ihr, Gelübde zu halten und ihren Sohn dadurch Gott zu widmen, daßsie ihm erlaubte, ein Prediger der Natur zu werden. Die Elternfolgten dem Rathe des sinnigen Arztes und voll Freuden verließnun Linnü seinen Lehrmeister und dessen Werkstatt. TournefortsInstitutionen, welche ihm Rothmann verschaffte, waren nun daserste wahrhaft brauchbare Werk über Pflanzenkunde, welches dem! jungen Linns bet der Beschränktheit seiner Lage in die Hände siel.
Noch 2 Iahte blieb Sinns in Wöxiö, benutzte daselbst die Biblio-j thek und den Rath seines Gönners Rothmann, und bereitete sichdurch das anhaltendste Studium zu seiner großen Laufbahn vor.
! Inzwischen näherte er sich seinem 20. Jahre. Run begann er zuj fühlen, daß er, da ihm die Botanik keine Aussicht zur Versorgung> zu versprechen schien, sich einem eigentlichen Bkodstudium widmen' müsse. Er wählte die Arzeneikunst, für welche er sich um so tüch-^ tiger fühlte, als feine bereits hervorragenden Kenntnisse in derPflanzenkunde das Studium derselben erleichtern mußten. DieKostbarkeit dieses Studiums hätte ihn freilich abschrecken könne»;aber auf der Universität zu Lund war ein Professor Humärusmit ihm verwandt, und dieser hatte versprochen, sich seiner anzu-nehmen. Da dieser Humärus bei Linns's Ankunft aber eben ver-storben war, so fand er an einem Fremden, was ihm der Ver-wandte schwerlich hätte seyn können. Dieß war der dortige Bota-! niker, Kilia» Stobäus, der im eigentlichen Sinne des Worts seinWohlthäter wurde. Ungeachtet er selbst nur unbedeutende Klei-nigkeiten geschrieben, so wäre es doch billig gewesen, daß Linnsdurch eine Pflanzenbenennung das Andenken desselben und seinVerdienst um ihn geehrt hätte. Aber erst Lhunberg schuf die auchnoch bestehende Gattung Ltsbass, die auf dem Eap zu Haufe ist.Stobäus machte sich auch noch dadurch um Linns verdient, daß er! ihm einstens das Leben rettete, als er auf einer botanischen Wan-derung von der sogenannten Höllenfurie gestochen war. Dieser inSchweden und in Guinea einheimische Wurm, wie ein Zwirns-, saden lang und dünn, frißt sich, ganz unbemerkt, in die bloßenBeine, bringt immer tiefer hinein und erregt dadurch, daß er sichum die Nerven wickelt, nicht allein die heftigsten Schmerzen undLähmung, sondern auch am Ende sogar den Brand. Ost hängruoch ein Ende dieses Fadens an der Haut herunter, wenn derWurm bereits im Innern die zerstörcndsten Wirkungen hervorge-bracht hat. Zieht man nun ohne die äußerste Vorsicht an diesemEnde, so reißt es unfehlbar ab und die Gefahr ist nun fast nichtMehr zu vermeiden. Nur ein langsames, in stundenlangen Zwi-. schenräumen geschehenes Abwickeln des Wurmes auf einer Rolleist das beste Mittel, um den gefährlichen Folgen desselben vorzu-beugen. Aus diese Weise rettele auch Stobäus seinem Günstlingedas Leben. Da dieser jedoch nichts weniger, als eigentlich begü-tert war, so hatte Linns immer noch mit Dürftigkeit zu kämpfen.Lange aber konnte dieser ängstliche Zustand nicht währen: sein her-vorragendes Talent mußte bemerkt werden, und der liberale Cel-sius war dazu bestimmt, ihm tn flpsäl» zu werden, was StdbäusLex, lN- AM.) V. 46