Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Liverek Livia

^ hcißt Liturgik, eine Wissenschaft, welche eben so viel Geschmack,als Kenntniß des menschlichen Herzens voraussetzt. S. Gottes-dienstundgottesdienstliche Gebräuche. IV.

Liverei (I-ivröe). Bei den großen Hoflagern (Ours xle-niöroe), die in Frankreich unter den Regenten des zweiten unddritten Königstammes gehalten wurden, ließ der König seiner Die-nerschaft, so wie der der Königin und der Prinzen, besondere Klei-der geben. Diese nannte man Oivr<-<-, weil sie auf Kosten des Kö-nigs geliefert wurden. Der Aufwand davon, so wie von der Ta-fel, den Equipagen und allen Ehrenbezeigungen und Geschenken fürdie Großen des Reichs und das Volk, stieg zu ungeheuern Sum-men. Eine klügere Oekonomie unterdrückte diese Versammlungen,aber die Liverei der Dienerschasten blieb davon übrig.

Liverpool (Lcverpool), in Lancastcr, gegenwärtig nachLondon die blühendste Handelsstadt im ganzen brittischen Reiche,war noch im Anfange des achtzehnten Jahrhunderts ein unbedeu-tender Ort von 3ooo Einwohnern, enthielt aber deren 1801 schon77 , 653 , und hat seitdem noch bedeutend zugenommen. Die Stadtbesitzt die Hälfte so viel Handel wie London, den vierten Theil desauswärtigen, den sechsten des allgemeinen Handels, den zwölften' Theil her Schiffsahrt, fünf Achtel des afrikanischen Handels vonganz Großbritannien, und drei Siebentel des afrikanischen Handelsvon ganz Europa. Die Stadt hat einen vortrefflichen Hafen, derganz durch Kunst, nämlich, durch Anlage von großen, kostbaren! Docken erbaut ist. Sie handelt nach allen Theilen der Welt, Ost-indien ausgenommen; besonders beträchtlich ist der Sklavenhandel,welcher durch liverpoolische Schiffe zwischen Afrika und Westindiengetrieben wird. Bei'm Ausrüsten von Kaperschiffen zeigt sich Liver-pool muthiger und unternehmendder, als irgend ein andererHafen in ganz Großbritannien. Außer den Rauch- und Schnupf-j tabaks-Fabriken, sind keine bedeutende Fabriken daselbst vorhanden,i In neueren Zeiten hat die Stadt auch angefangen, sich durch fünfgroße literarischc Institute auszuzeichnen, in deren jedem, außer denberühmtesten öffentlichen Schriften, auch noch eine große Bibliothek, (in dem Lyceum , von io,vc>o Banden) befindlich ist. Der Lortrge§ berühmte Banquier William R 0 sc 0 ehat sich durch seine Geschichtedes Lorenzo von Medici, und durch seine Geschichte des PapstesLeo X., «inen großen literarischen Ruf in England erworben. Im3 . 1795 hatte Liverpool 6o6 Schiffe. Es schickt zwei Deputirtezum Parlemcnte.

Livia Drusilla, die berühmte Gemahlin des Kaisers Au-gustus, war eine Tochter des Livius Drusus Elaudianus, der inder Schlacht bei Philippi, wo er auf der Seite des Brutus undCaffius focht, sein Leben verlor. Sie war zuerst an den TiberiusClaudius Nero verheirathet, von dem sie zwei Söhne, den Drususund Tiberius, hatte. Als sie mit ihrem Gemahle vor dem siegrei-chen Triumvir nach Sicilien floh, wäre sie beinahe in die Gefan-genschaft ihres nachherigen Gemahls gerathen. Von da begab siesich mit ihrem Sohne nach Achaja zum Antonius, und zog, als ihr^ Gemahl mit Augustus wieder ausgesöhnt war, endlich wieder nachRom. Hjer wußte sie durch die Reize ihres Körpers und ihresGeistes den Triumvir dergestalt zu fesseln, daß er leidenschaftlich insie verliebt wurde, und sich von seiner Gemahlin Scribonia schei-den ließ, um die Livia zu heirathen. Ihr Gemahl überließ sie dem