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Fünfter Band. Von I bis L.
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Locke

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. düng, wurden zuerst lateinisch geschrieben, kamen nachher aSer,!mch englisch heraus; die neuern Anhänger der Toleranz, unter«ndern Voltaire, haben aus diesem Werke geschöpft; Gedankenaber die Erziehung der Kinder; aus welchen Rousseau fürseinen Emil, so wie aus dem Tractate über die bürgerliche Regie-nmgsverfaffung, für seinen gesellschaftlichen Vertrag, viele Gedan-I,'n entlehnt hat. Das Werk selbst ist ins Französische, Deutsche,Holländische und Flamännische übersetzt worden; das vernünf-tige Christenthum, ein Werk, welches Sätze enthält, die,streng genommen, den Verfasser des Socianismus verdächtig machenAnten. Er behauptet unter andern, in der geoffenbarten Reli-gion sey nichts enthalten, was irgend mit den Begriffen derVernunft im Widerstreite wäre; auch hätten Jesus Christus undseine Apostel keinen andern Glaubens-Artikel gelehrt, als an Jesus,den wahren Messias, zu glauben; Paraphrasen über einigeEpisteln des Paulus, enthalten Beweise des Studiums derheiligen Schrift, welchem er sich in den letzten Jahren feines Lebensgewidmet hatte; nachgelassene Werke, enthalten Abhandlun-gen über verschiedene philosophische Gegenstände. Da Locke eine aus-gebreitete Kenntniß der Sitten aller Völker der Erde besaß; sowählten ihn die englischen Colonieen in Amerika zu ihrem Gesetzge-ber, und beeiferten sich, den Vorschriften, welche er für sie entwarf,gesetzliche Kraft zu geben. Wir wollen diesen Artikel mit einigenAnekdoten aus Locke's Leben schließen. Er war großherzig und vonder äußersten Gutmüthigkeit. Ein junger Mann, dem er die größ-te» Gefälligkeiten erzeigt und das lebhafteste Interesse bewiesenhatte, bcstahl und verläumdete ihn, gerieth aber kurz darauf durchseine Ausschweifungen in die größte Armuth. Da er sich nun aufkeine andere Weise zu helfen wußte, wandte er sich an Locke, gegenden er sich doch so gröblich «ergangen hatte. Dieser zog eine Bank-note von hundert LvuiSd'or heraus, und überreichte sie dem Unglück-lichen mit folgenden Worten: „Ich verzeihe Ihnen; doch darf ichSie nicht in den Stand setzen, zum zweitenmale zum Diebe undVerrather an mir zu werden." Das Spiel schien diesem Philoso-phen der dümmste und nichtswürdigste aller Zeitvertreibe. Als ereines Tages in einer Gesellschaft mehrere Herren von vielem Ver-stände mit dem Spiele beschafftigt fand, sah er demselben anfangsmit vieler Geduld zu: dann aber zog er seine Schreibtafel aus derTasche, und fing an, sehr aufmerksam zu schreiben. Als ihn nuneiner der Herren fragte, was er da so emsig zu schreiben habe,antwortete Locke: „Mylord, ich schreibe hier nieder, was seit zweiStunden von den geistreichsten Männern des Königreichs gesprochenworden ist." Nun las er ihnen einiges davon vor, und sie fühltensich beschämt. Diese Herren waren der Herzog von Buckingham, derLord Halifax, Lord Aschley und andere mehr.

Lockmann, mit dem Zunamen der Weise, zuweilen auch^>rs (Vater des Anam) genannt, war ein berühmter

Philosoph unter den Aethiopiern, oder Rubiern, von welchem dieAraber eine Menge Mährchen erzählen. Sie sagen von ihm, er seykw schwarzer Sclav mit dicken Lippen und krummen Beinen geme-ssn, und zur Zeit Salomo's an die Juden verkauft worden. SeinCharakter wird von ihnen ungefähr so geschildert, wie wir gewohnt,sind, uns den Aesop zu denken. Man fragte diesen Weisen einst,von wem er die Weisheit gelernt habe? Er antwortete: „Von