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lchnung. Ihrem hellen Blick bleibt nichts verborgen; allenthalbengelingt es ihr, das Gute zu fördern und das Schöne z» verherr-lichen. Schöne Kunst und Wissenschaft, schon von Louisen seitihrer ersten Erscheinung beachtet, fanden eine Beschützerin in ihr.Mit gerechtem Stolze nennt der Preuße seine Königin. Auf einerder Reisen, welche sie mit ihrem königlichen Gemahle machte, undDar auf dem Wege von Königsberg nach Warschau, geschah es,daß durch Unvorsichtigkeit des Kutschers der Wagen, in welchemdie Königin saß, am Abhänge eines Berges umgeworfen wurde.Der Sturz schien gefährlich, doch erfolgte glücklicherweise keineBeschädigung. Die Oberhofmeisteri», Gräfin von Voß, machtedem Kutscher Vorwürfe. ,,Lassen Sie es gut seyn," sagte dieKönigin im Tone gütiger Sanftmuth, „wir haben ja keinenSchaden genommen, und die Leute sind gewiß mehr erschrockenals wir.^ Durch eine solche Handlungsweise, durch Aeußerungen,deren man eine Menge aufzeichnen könnte, bewies die KöniginLouise den Adel ihrer schönen Seele, und die allgemeine -Vereh-rung stieg von Tage zu Tage immer höher. So erbaten sich dieBewohner der köllnischen Neustadt von Berlin im I. 1302 vomKönige die Erlaubniß, diese Louisenstadt nennen zu dürfen. Sieerhielten diese Erlaubniß, und diese Vorstadt trägt ihren Namen.Im Mai igor erhielt die Königin durch den russischen Gesandte»am königlichen Hofe, Namens der vcrwittweten Kaiserin von Ruß-land, die reich mit Brillanten besetzten Jnsignien vom Großkreuzdes St. Catharincn-Ordens, als Beweis der zwischen der kaiser-lichen und königlichen Familie bestehenden Freundschaft, die auchim I. , 8 r >5 den Kaiser Alexander nach Berlin führte. Jur Wie-derherstellung ihrer Gesundheit reisete sie im I. rgo6 nach Pyr-mvnt, wo sie vom Ende Junius bis Anfang Augusts blieb. Indiesem Jahre rief der Krieg den König ins Feld; Louise, dieihn auf allen Reisen begleitet hatte, folgte ihm auch dieses Malnach Thüringen. Nach dem unglücklichen 14. October begab siesich nach Königsberg und von dort nach Memel. Alle Leiden, dieein unglückliches Verhängniß über sie häufte, trug sie jetzt miteinem Muthe, mit einer Ergebung, die wahre Frömmigkeit, undein reines Bewußtseyn dem Dulder verleihen. Am r6 Jan. rgc>8kehrte das königliche Ehepaar von Memel nach Königsberg zu-rück, und von hier aus unternahm es am 27. Dec. desselbenJahrs eine Reise nach Petersburg zum Besuche der kaiserlichenFamilie, von welcher Louise mit Beweisen von Achtung undFreundschaft überhäuft wurde. Ein Jahr später, am 2z Dec.,hatte darauf Berlin die Freude, das edle Herrscherpaar wieder-zusehen und mit frohem Jubel ward es begrüßt. Schön und imblühenden Glänze der Gesundheit erschien die geliebte Landes-mutter unter der jauchzenden Menge. Aber der Schein täuschte.Die Hauptstadt hatte sie nur auf kürze Zeit wieder gewonnen,um sie auf immer zu verlieren. Am 25. Iun. igio reisete sievon Eharlottenburg nach Strelitz zu einem Besuche bei ihremdurchlauchtigen Vater ab. Auf dem Lustschloffe desselben, Hohen-zieritz, ward sie am zc>. Iun. von einer Brustkrankheit überfallen,die anfangs unbedeutend schien, dann einen lebensgefährlichen Eha-raktey annahm, und an welcher sie bereits am 19. Jul., Morgensum g Uhr, in den Armen ihres königlichen Gemahls verschied.Nur wenige Augenblicke vor ihrer Auflösung sing sie an, dieselbe zu