Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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-ys Lucchesini Lucianus

-während des größten Theils des damaligen FeldzuqS. Erst ii„März 1797 ward er von Wien zurückberufen und im Sept. iSmals außerordentlicher Gesandter nach Paris gesandt, von wo ir-sich später nach Mailand begab, um dem Kaiser und mehrern Gro-ßen seines Hofes die Decoration des preußischen schwarzen Adlerszu überbringen. Seinen Anregungen gab man besonders den Aui-bruch des preußisch-französischen Kriegs im Sept. igc>6 Schuld. Er"begleitete den König bis nach der Schlacht bei Jena, unterzeich-nete nach derselben zu Eharlottenburg mit Napoleon einen Waffen-stillstand, den aber der König nicht ratificiere, und nahm, in Folgealler dieser Ereignisse, da er die Gunst des Königs verloren;»haben glaubte, seine Entlassung, um nach Lucca zurückzukehren.Späterhin ward er bei Napoleons Schwester, der Fürstin vo.»Lucca, als Kammerherr angestellt, und begleitete diese zur zwei-ten Vermählung ihre« Bruders nach^Paris. Bald darauf stur-er in seiner Vaterstadt. . Der Graf von Segür urtheilt in seinemTableau Iiistorique et polirigne cke I'Ourope von Lucchesini, inBetreffseiner vberwähntcn polnischen Mission folgendes: „Nie-mand war zu einer solchen Stelle geeigneter, als er. Seiner Thä-tigkeit entschlüpfte kein Augenblick unbenutzt. Feurig in Verfol-gung seines Kiels, schnell entschlossen, die zweckdienlichsten Mittelzu ergreifen, vereinte der Marquis von Lucchesini die Eigenschaf-ten eines gewandte« Höflings mit der Geübtheit eines Staats-manns. Gelehrt, ohne Pedanterie, lieferte ihm sein glückliches-Gedächtniß eben so viele nützliche Thatsachen zum Behufe scinerArbeiten, als anziehende Anecdoten für die Belebung einer Gesell-schaft. Seine Vertrautheit mit Friedrich II. hatte ihm ein bedeu-tendes Ansetzn gewonnen; sein einschmeichelnder Charakter fährteihn in das Innere aller Charaktere ein; seine Feinheit zog bald"den Schleier von allen Geheimnissen, und sein« warme Thätigkeit,die ihm ein offenes freies Wesen gab, wahrend sie seinen wahrenGinn glücklich verdeckte, beredete die Polen, daß er ihre Angele-genheit mit einem Eifer umfasse, als wäre es seine eigene."

Lucian Bonaparte, s Bonaparte.

Lucianus, von Samosata in Syrien gebürtig, lebte wahr-scheinlich von 120 bis 200 nach Chr., und scheint unter Trajangeboren zu seyn. Seine Eltern, welche uns ganz unbekannt find,waren, wie es scheint, sehr arm. Der Vater bestimmte ihn für-ie Bildhauerkunst, ohn« daß er die geringste Neigung dafür hatte,und schickte ihn zu seinem Oheime mütterlicher Seite, bei dem erste erlernen sollte. Als ihn dieser aber einstens wegen seiner Un-gelehrigkeit züchtigte, entfloh Lucianus und widmete sich den Wis-senschaften. Zuerst begab er sich nach Antiochia, wo er die Kunstder gerichtlichen Beredsamkeit studirte, aber bald eine entschiedeneAbneigung dagegen bekam, als er das nichtswürdige Verfahren-er meisten Sachwalter kennen lernte. Nun widmete er sich demStudium der Philosophie, durchreiset« verschiedene Länder, legtein Italien, Spanien und Gallien, nach damaliger Sitte, öffent-liche Proben seiner Beredsamkeit ab und erwarb sich dadurch schonals junger Mann einen ausgezeichneten oratorischcn Ruhm. AusGallien begab er sich nach Griechenland, ward darauf unter demKaiser Marcus Aurelius Prokurator von Egypten, und starb, wieman glaubt, in einem Alter von go Jahren am Podagra. Manbemerkt in seinen Schriften, die sich weder in die Labyrinthe der

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