Lo6 Ludwig XIV.
aus. Le Rotre schuf die Gärten des prächtigen Versailles; Per-rault baute die Colonnade des königlichen Louvre, Hardouin Man-sard den Dom der Invaliden. Lulli ward der Schöpfer der fran-zösischen Tonkunst. Fast Alles, was den Reisenden in Staunensetzt, die meisten großen öffentlichen Denkmäler entstanden unterLudwigs Regierung. Er legte die bewundernswürdigen Hafen-,Schiffbau- und Festungsgebällde zu Brest, Rochefort, l'Orient,Harre, Dünkirchen, Eette und Toulon an. Der königliche Cana!von Languedoc verband auf sein Geheiß das mittelländische Meermit dem Ocean. Dieß ist Ludwigs Zeitalter! — Es bedarf hierkeiner besondern Auszählung der einzelnen Begebenheiten aus Lud-wigs Regierungsgeschichte. Wer hat nicht Bvltairs's Liscls äsI.ouis XlV. er äs Douis XV. gelesen, das aber nach Spittler,mehr ein geschmackvoller historischer Entwurf, als eigentliche Ge-schichte ist? Wer hat nicht den kaustischen, aber wahrheitslieben-den und sicher urtheilenden Hosmann, den Däc de St. Simon, inseinen Oeuvres nvMpleies pour servir ü 1'Iiisioire ckes eours äsI-ouis XlV, c!e In UsAence ei c!e I-ouis XV. über jene Zeit sichaussprechen gehört? Alle Schriften über ihn und seine Zeit fülleneine kleine Bibliothek. Doch müssen hier noch die von dem Diplo-matiker Grouvelle und dem Grafen Grimoard herausgegebenenOeuvres cke l-ouis XIV. '1°. i—6, d karis 1806, 8. genannt wer-den; und die in dieser Sammlung aufgenommenen Oousiäsrarionssur Douis XIV. von Grouvelle, die, obgleich zu günstig, dennoch«ine treffliche Borarbeit zur Geschichte dieses Monarchen sind. Diein jenen Werken befindlichen lusiruciious xour 1s Öuuxlriu vonden I. i66r bis 1668, hat Pelisson größtcntheils, wie man glaubt,nach den mündlichen Mittheilungen des Königs niedergeschrieben.Es herrscht in denselben nicht allein der Geist des Königs, sondernselbst im Style ist sein Ton unverkennbar. Sie beweisen übrigens,so langweilig auch an sich der eintönige, dürre, mit spanischemErnst fortschreitende Vertrag ist, das gerade, gesunde Urtheil desKönigs. Nur wenig der hier ausgestellten Maximen sind höchst ein-seitig oder falsch. Doch er selbst befolgte die bessern nicht in sei-nen svätern Jahren. Er warnt z.B. den Dauphin vor dem Ein-flüsse der Günstlinge, »och mehr vor Frauenliebe, die nur denGeist fesseln und von Geschafften abziehen, nicht sich in diese mischensoll. Wie sehr vergaß dieß Ludwig im Umgänge mit der Frau vonMaintcnon! Diese lustruciious enthalten außer andern geschicht-lichen Erinnerungen mehrere Aufklärungen über die von LudwigXIV. selbst an deutschen Höfen, z. B. in Berlin, angewandte Be-stechungspvlitik. Die rnenroires und xieecs irriliiaires, welcheden 3. und 4. Band der Werke ausmachen, betreffen die Feldzügevon 1672 bis 1673 und den von 1692. Sie sollen nach GrimoardsWorbericht für das Studium der Kriegsgeschichte nicht unerheblichseyn. Ludwigs Briefe in den beiden letzten Bänden seiner Werke,sind großentheils unbedeutend; auch aus ihnen geht die große Gersstcstrockenheit und Jdeenarmuth Ludwigs hervor. Doch machendie Briese an Philipp V. eine Ausnahme. Bemerkenswert!) istdie Höflichkeit und Würde, mit der dieser stolze König an seineMinister und Generale schreibt. Dieser feine Ton ward damalsallgemein und gab der Sprache wie den Sitten jene gefällige Aus-bildung , welche die Ausländer nach Paris zog. Ist nach dresiNallen Ludwig groß zu nennen? Er steht vor uns ausgezeichnet
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