Ü42 Lülly Luna
sang und spielte er die Melodie so lange, bis sie nach seinem Sinnewar. Dann ließ er einen Musiker kommen, dem er alle« singendund spielend in die Feder dictirte. Er selbst aber schrieb keineNote, es müßte dann in den Fugen'gewesen seyn, wo er aber bloßden Eintritt des Satzes, da, «s er ihn haben wollte, anzumerkenpflegte. Auf diese Weise arbeitete Lülly drei Vierteljahre an einereinzigen Oper. War sie endlich fertig; so bekümmerte er sich nichtweiter um sie, sondern überließ die Arrangements mit derselbenseinen Untergebenen. Aber in der Probe nahmen, wie wir bereitsoben gesehen haben, seine Bemühungen einen neuen Schwung. Lüllyhat neunzehn Opern componirt. deren Texte sämmtlich von Quinaultsind, ausgenommen: ks^ehä, Lellerophou, das Ballet le Lsrus-val, die Idylle sur In Osix, die Ekloge von Versailles und ldcis«,'t Eslsthäe. Obige neunzehn Opern heißen der Aeitfolge nach:i) li.es Vstes äe 1'Arnour et äe Bacchus, Pastorale cu troisNotes, 16/2: 2) tlallmus, trSKeäie eu ciucg sctsr, 1674; Z) AI-csste, trsAöäie eu ciu^ sctes, 0674; 4) Bliäsee, truAeäie enciu^ sctes, 167Z; §) I.s Lsrnsvsl, insscsrsäes et entrees,2675; 6) Atz-s, trsKeäis en ciu<g Notes, 1676; 7) Isis, trsKe-äie sr> cincg sctes, 1677; 8> ?s)chs, trsKsäie en einig Notes,0678; g) Bellärügihon, trsgsäis en einig sctes, 1.679; ro) Bro-serpino, tisKsäie en einig sctes, rllZo; ir) h.e Briomphe äs1'ainonr, hallet en vinAt entrees, 1681 ; 12) kersss, trsAÜäisen einig acter, 1682; iZ) khsston, trsAsäie en ciucg setes, i68d;14) Äausäis, trsgeäis en einig setes, 1684; i5) Bolsuä, trs-Zeäie en einig setes, i6g5; 16) h.'Iä^IIs äe Is Bsix et l'BZlo-Kne äs Versailles, äivertisseinent, i585; 17) Oe ll'enipls äsIs ksix, hallet en six entrees, I§83; 18) Ariniäe, trsgeäic eneinig setes, 1686; 19) Leis et Eslstliee, psstorsis hero'igusen trois setes, 1687.
Luna bedeutet 1) den Mond als Gestirn. Der Hirt Endy-mion soll, nach Plinius, unter allen Sterblichen zuerst den Laufdes Mondes und dessen Veränderungen beobachtet haben. Schondir Ehaldaer hielten den Mond für den kleinsten unter allen Pla-ncten, und für den nächsten bei der Erde; sie wußten, daß er einverborgenes Licht habe, und bestimmten schon die periodische Wie-derkehr der Mondsphasen mit vieler Richtigkeit. Daß der Mondbewohnt sey, soll bereits Orpheus, oder.vielmehr der Verfasser desunter seinem Namen vorhandenen Gedichts, vermuthet, und Phere-rydes von Gcyros, ein Zeitgenosse des Servius Tullius, die Um-laufszsit desselben bestimmt haben. Die Pythogoräer behaupteten,daß der Mond Berge, Städte, Pflanzen, Thiere und Menschen ent-halte. Anaximander kannte die Größe des Mondes, dessen Entfer-nung von der Erde, und daß er sein Licht von der Sonne bekomme.Die dem Auge sichtbaren Mondflecken hielt Klearchus> für Meere,und die Mondfinsternisse leiteten schon die Chaldäer vom Schattender Erde her. 2) Der Mond, als Göttin bei den Griechen undRömern, ward von den ersteren Selene genannt. Sie war eineSchwester des Helios, eine Tochter des Hyperion und der Lhia.Auch Diana wird für die Göttin des Mondes gehalten; Seleneaber scheint älteren Ursprungs zu seyn: beide werden oft mit ein-ander verwechselt. Doch hatte insbesondere Selene Einfluß aus dreGeburt des Menschen. Sie war eine Geliebte des Jupiter, welchermit ihr die schöne Pandia und auch die Ersa (den Thau) zeugte-