Metonymie Metropolit Z09
„ kennen, als den Menschen möglich scheint, und es fehlt unter ihnen
,,, nicht an düstern Selbstquälern und Heuchlern. Das große Verdienst,
^ die niedern Bolkscläffen zur Arbeitsamkeit, Einsamkeit und Gottcs-
„ , furcht gewöhnt zu haben, macht sie jedoch bei allen ihren Mängeln
' zum Gegenstände der allgemeinen Achtung, und sie werden unter die
„ ruhigsten, nützlichsten, 'wohlthätigsten Bürger gerechnet. Weniger
.. gebührt dieses Lob den Methodisten in Nordamerika, wo die Bemü-
„ hangen Wesley's, Whitesields und andrer Missionare zwar einen
u, großen aber eben nicht sehr erfreulichen Erfolg hatten. Am 1750
E kam daselbst durch die Predigten Ghndy -Ilands, eines Jrlün-
^ ders, eine neue Gattung des Methodismus unter dem Namen des
neuen Lichtes auf, welch- die seltsamsten Begriffe von göttlichenEingebungen, Erleuchtungen und Wiedergeburten in Umlauf brachte^ und die Entzückungen der Andacht in Wahnsinn verkehrte In den^ Versammlungen dieser Erleuchteten, welche häufig des Nachts in, freiem Felde gehalten werden, haben glaubwürdige Reisende, wie^ Perrin du Lac vom Jahr idc>5 und Michaud vom Jahr i8»8, dietollsten Ausschweifungen der religiösen Schwärmerei gesehen. Die^ Versammelten begleiteten die Ecclamatione» ihres Predigers
x-, und die darauf folgenden Gebete erst mit Seufzern, dann mit
^ Schluchzen und endlich mit gräulichem Geheul und heftigen Convul-
sionen, in denen es Weiber und Mädchen den Männern zuvortha-^ t-n und durch schamlose Entblößungen zur Wollust einzuladen schie-
^ nen. Sie nennen diese Verzückungen das Werk (rlis worsi), das
»l »icht selten in unsittliche Vermischung der Geschlechter ausartet.
Diese Gattung des Methodismus greift nach den neusten Rachrsch-^ te» immer weiter um sich, und die Anzahl aller Methodisten in Eu-ropa und Amerika soll jetzt über eine halbe Million betragen. L.
«! Metonymie, Namcnverwechselung, nennt man die rhetorisch«ill, Wur, welche verwandte und ähnliche Begriffe statt der eigentlichensitzt, bald die Ursache statt der Wirkung, bald die Wirkung stattder Ursache, jetzt das Vorhergehende statt des Nachfolgenden, jetztM. Umgekehrt, oder das Zeichen statt der bezeichneten Sache, den Ort» statt der darin befindlichen Gegenstände u. a. m. Nicht zur Spiele-tti, sondern nur, wo einö größre Wirkung durch sie hervorgebrachtwerden kann, sollte man sich ihrer bedienen. All.
d« Metopen, Awischentiefen. Mit jener griechischen Benen-W nung bezeichnet man den leeren viereckigen Raum, der sich in derdorischen Säulenordnung zwischen den Köpfen der Deckenbalken oderdit den an ihrer Stelle angebrachten Triglyphen befindet,, und derdxchrscheiulich in den ältesten Zeiten offen gelassen, nachmals aberDii ^gemauert, früher glatt gelassen, dann aber öfters mit erhabnerdi, Bildhauerarbeit verziert wurde. Die Schwierigkeit der Eintheiinng,li der Lriglyphen und Metopen dürfte leicht die Hauptursache gewesensivn, warum man sie bei der ionischen und corinthischen Säulenartßj, wegließ. Indem man hier die Balkenköpfe nicht über die Mauer
«d« Zerspringen ließ, erhielt man einen ganz glatten Frieß, welcher ein
, z, sichreres und zierlicheres Ansehen hatte. ckck.
Metre, s. französisches Decimalsystem.iil Metropolit ist der griechische Name eines Erzbischofs. Die
k-> Hauptstadt einer Provinz heißt im Griechischen Metropo lis, und da»:« d,c Bischöfe der Hauptstadt ausgezeichnet wurden, so erhielten sie»-n "uch einen besondern Titel. Der Metropolit steht über dem Bischöfe,