Band 
Sechster Band. M und N.
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320 Migräne Mikroskop

Ludwigs XIV., und er fand bei seiner Rückkunft nach Haute dieschmeichelhafteste Aufnahme. Hier wurde er zum Haupt der Lkade- >»nie St. Lucas erwählt, und nach dem Tode Lebruns, mir dem, alseinem der ehrgeizigsten Künstler, er bei dessen Lebzeiten in immer-währender Feindschaft gestanden hatte, kam er an dessen Stell eals er-ster königlicher Hofmayler. Während dieser Zeit führte Mignardeine der größten Arbeiten al Fresco, welche Frankreich besitzt,nämlich die Kuppel von Wal de Grace, aus. Es stellt dieselbe denSitz der Seligen vor: in der Mitte einer unzähligen Menge vonHeiligen, Märtyrern, Propheten u. s. w. sieht man die KöniginAnna, welche Gott das Modell der neuerbauten Kirche darreicht.Er schmückte auch mit verschleimen Vorstellungen aus der Mytholo-gie den großen Saal zu St. Elend, unternahm mehrere Arbeitenin Versailles, mahlte viele Porträts, besonders das des Königs«. s. w. Außer den abgedachten Stellen wurde ihm noch die Di-rektion der königlichen Kunstsammlungen, der Malerakademie undder Manusac-tur der Gobelins anvertraut. Er starb 1Ü95. Wen»auch Mignard in Hinsicht auf Erfindung und Zusammensetzung nicht ^zu den tiefen und originellen Genies gehört, so wird er doch im-mer den Ruhm eines großen Mahlers behaupten. Die Anmuth und 1Lieblichkeit, welche in seinen Gemählden überhaupt, besonders in ^seinen Madonnen herrschten, das Glänzende und Harmonische seinesCvlorits, die Leichtigkeit seines Pinsels, lassen viele Mangel über-sehen, die man in seinen Bildern in Hinsichr auf Zeichnung, Tieftdes Gefühls ec. findet. Höchst merkwürdig war sein Talent, andreMeister zu copiren und nachzuahmen. Er täuschte selbst die größ-ten Kunstkenner, unter andern seinen Widersacher, Lebrun, durch«ine in G>uidv's Geschmack gemahlte Magdalene, welche selbst vondiesem für ein OrrginalgemahlLe Guido's gehalten wurde. Bis ansein Ende hat Mignard immer mit gleicher Liebe und Thätigkeitsich seiner Kunst gewidmet. Sein angenehmes Betragen, sein sanf-ter Charakter, verbunden mit körperlicher Grazie, erwarben ihmdie Freundschaft der geistreichsten Personen seiner Zeit. L6.

Migräne, das französische Wort IVlixisins, von tiemior--i>is (aus dem Griechische» von irsirii, halb, arsnion, der Schädel),ein empfindlicher Kopfschmerz, der nur eine Seite des Kopses be-fällt und meistens rheumatischen und gichtischen Ursprungs ist, oftaber auchvonUnverdaulichkeiteu im Magen herrühren kann, welche ner-venschwachen Personen einen heftigen und unangenehmen Reiz auf derMagennerven erregen, der sich bis in den Kopf fortpflanzt, (S. Kops)

Mrkroko Sinus, die kleine Welt. Man versteht darunter denMenschen, in so fern er die Elemente des Weltalls in sich trägt, undsomit in ihm dieselben Gegensätze und Erscheinungen wahrgenommenwerden, wie in dem Universum,

Mikrometer, s. Messungen.

Mikroskop oder Vergrößerungsglas, ist ein optisches WerkzE,welches dazu dient, solche Gegenstände, die wegen ihrer Kleinheit mder Entfernung von sechs bis sieben Zoll, (näher dürfe» sie einemgewöhnlichen Auge nicht gebracht werden) ganz verschwinden oderundeutlich erscheinen, sichtbar oder deutlich zu machen. Man hatdreierlei Werkzeuge zu diesem Zwecke. Bas einfache Mikro-scop besteht entweder aus einer Linse, oder aus mehrern jv nayezusammengestellten, daß sie als eine einzige zu betrachten M-

Das zusammengesetzte Mikroscop führt mehrere Linsengläser,