Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
480
JPEG-Download
 

48o Moscheen

auch diese Kunst unter den byzantinischen Griechen, und kam von ihm» ^ ^zu Ende des izten Jahrhunderts wieder nach Italien zurück, wo sieauf einen hohen Grad der Vollkommenheit gebracht wurde, besondersseit Clemens Vlll. zu Anfange des i7ten Jahrhunderts sie dadurchbeförderte, daß er die ganze Kuppel der Pfttecskirche inwendig mit !solcher Arbeit schmücken ließ. Giambatista Calandra verbesserte die 1

Mosaik durch Erfindung eines neuen Kitts. Er und mehrere nachfol, §

gcnd« Künstler wendeten diese Kunst an, OriginalgemLhlde berühmter !

Meister zu copnen und dadurch in ihrer ursprünglichen Frische usd >

Schönhett zu verewigen, denn «ine fast unverwüstliche Dauer dieser >

Art Gemählde ist keiner ihrer geringsten Vorzüge. Auf diese Weift §

erhielten sich des Guercino Marter der heiligen Petronilla und des Do> t

minichino Abendmahl des sterbenden heiligen Hieronymus. Peter t

Paul von Christophoris legte zu Anfang des izten Jahrhunderts zu ^

Rom eine Kuust!chule in Mosaik an, und hat viele große Schüler erzo- k

gen, welche die Kunst zu immer höherer Vollkommenheit brachten. Z» §

neueren Zeiten sind besonders zwei Arten der Mosaik berühmt, dierömische und flörcntinische. Bei jener fetzt'man die Gemählde I saus kleineren Steinen zusammen, wodurch nicht nur eine größere -

Feinheit und Mannichfaltigkeit erreicht, sondern man auch in de» s

Stand gesetzt wird, größere historische Gemählde zu verfertigen; die s

florentinischc, welche sich größerer Steine bedient, ist ungleich mühsa- '

mer, und kann nur kleinere Gemählde darstellen. Mosaik in Holz, r

welche im i.äten Jahrhundert Phil. Bruneüeschi und I.-. de Narrone »

zu großer Vollkommenheit brachten, nennen die Italiener Tansia t

oder Tarsia, die Franzosen Marqueterie, Das mechanische Ler> !

fahren bei der Mosaik ist folgendes. Man legt einen Grund von stör- «

ken Plattstem-», und klammert biete mit Eisen zusammen. Diel« l

Grund von starken steinernen Platten wird von einer noch dickere» t

Einfassung eingeschlossen. Hierauf wird ein Kitt dick aufgetragen f

und, so lange dieser weich ist, werden die Marmor- oder Glasstücke, ^

der auf dem Grunde vorgezrichneten Figur gemäß, eingesetzt', wobei »

der Künstler das zu copirende Gemählde beständig vor Augen hat. ß

Verhärtet wird der Kitt so fest wie Stein, und nun wird das Werk s

polirt. In den neuesten Zeiten hat man die Erfindung gemacht, die »

Täfel mit dem Mvsaikgemählde in 2 bis z Platten quer durchzusägen, ^ vund auf diese Weise daL Gemählde zu vervielfältigen, weil alle Plat- , »ten dasselbe Gemählde enthalten. Sollte Rauch, Schmutz oder so»» ^ betwas die Oberfläche verdorben haben, so braucht man ein solches t

Gemählde nur abschleifen zu lassen, um es wieder in seiner ursprüng- d

lichen Schönheit zu erhalten. , ?

Moscheen (eigentlich Medsched, Mosdschijet), ein tür- »kisches Bethaus. Im Äußern unterscheiden' sich die Moscheen von ^andern Gebäuden durch ihre gewölbten und mit Blei bedeckten Kup- -t

peln, ihre Minarets (Thürme) u. s. w. Sie sind viereckigt »»' d

haben Vorhöfe mit Brunnen zum Abdet oder Abwäschen. ^

Eingänge sind von außen dergestalt mit Ketten verhangen, da?nicht nur kein Vieh, sondern auch die Menschen nur gebückt h>»' ^

durchkommen können. Inwendig findet man keine Iierrathcn, außer «

einige Sprüche des Evrans, die an die kveiße Wand geschriebc» S

sind. Der Boden ist meistenthcils mit Tapeten belegt, ohne einige ! l

Stühle und Bänke. In einem Winkel gegen Südosten ist ein Stab'in Gestalt eines Predigtstuyls, auf welchem der Jman sitzt, wen"er das Gebet ablies't. Nach der Gegend zu, wo Mecca liegt, >!>