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hauptung der Individualität, größere, freiere Thätigkeit der Funk-tionen, eine vollkommncre Absonderung von der gesummten übrige»Natur, von der Außenwelt. Diese Absonderung führt nothwendig«ine Trennung mit sich, eine Veränderung im Raum, eine willkür-liche Bewegung, einen Gegensatz zwischen der Außenwelt und demIndividuum, welches stufenweise von einem dunkeln Gewahrwerde»des eignen Körpers und der Umgebung, bis znr hellen Anschauungder Außenwelt, bei dem Menschen bis zur klarsten Unterscheidungderselben von der innern Empfindung und bis zum Bewußtseyn sei-ner Gelbst, oder der Vorstellung dieser innern Empfindungen undihres Unterschiedes von der Außenwelt immer höher steigr. All«diese Erfodernisse des thierische» und menschlichen Lebens werdendurch das Nervensystem vermittelt. Denn i. die zusammengesetzteOrganisation des thierischen Körpers aus so mannichfaltigen, ise-lirtcn, zum Theil fremdartigen einzelnen Gebilden, die durch Zell-gewebe, Membranen und Bänder mechanisch zusammengeknüpft sind,werden durch das Nervensystem ein zusammenhängendes Ganzer.Das Gefäßsystem verbindet sie nur in so fern mit einander, als esallen den zu ihrer Ernährung und ihrer eigenthümlichen Berrich-tung crsoderlichen Antheil von Blut zuführt; allein das Nerven-system ist es eigentlich, welches allen das Leben mittheilt, ihre Ver-richtungen regiert, zu einem gemeinschaftlichen Zwecke hinleitet, siein wechselseitige Beziehungen stellt und ihre Mitleidenschaften undgegenseitigen Einwirkungen auf einander gründet. Die Besorgungdieser Functionen des Nervensystems ist dem Theil desselben zuge-theilt, welcher im Unterleibe ausgebreitet ist, viele Netze und Ge-stechte bildet und das reproduktive oder vegetative Nervensystem ge-nannt wird, weil der Wachsthum und die Erhaltung des Körpersdurch dasselbe regulirt wird. Dieser Theil des Nervensystems istdurch di« Nervenknoten oder Ganglien gewissermaßen isolirt undvon dem Gehirnsystem abgesondert, so daß er gleichsam eine für sichbestehende Region, das Gangliensystem, ausmacht, welches vomGehirn unabhängig ist; indem seine Thätigkeit weder vom Gehirnaus regiert wird, noch auf dasselbe reflectirt, oder von ihm em-pfunden wird. Ein verschluckter Bissen wird nicht mehr empfunden,sobald er über eine gewisse Gränze des Schlundes ist. Das Herzschlägt unaufhörlich, und kann durch Willkür nicht bestimmt wer-den; der Magen verkant, sobald er Speise aufgenommen hat, dieLeber sondert Galle ab, ohne daß alles dies vom Gehirn regiertoder wahrgenommen wird. Nur in gewissen krankhaften Zustände»des Körpers wird diese Isolation vermindert, die isolirenden Ner-venknoten werden übersprungen, und es kommen von diesen Orga-nen Eindrücke bis ins Gehirn. Wird z. B. die Empfindlichkeit der .Nerven irgend eines Theils krankhaft erhöht, so entsteht eine dmMWahrnehmung des abnormen Zustandes daselbst, und offenbart sichals Schmerz. 2. Ein andrer Theil des Nervensystems bewirkt dc»vollkommensten Gegensatz zur Außenwelt, die willkürliche Bewegungund Veränderung im Raum, und die Anschauung der AußenweltLei dem Menschen bis zum Bewußtseyn. Dies ist das Gehirn- oderEerevralsystem, welches alle Nerven begreift, die aus dem großenund kleinen Gehirn, und zum Theil aus dem verlängerten Mark«nd Rückenmark entspringen. Diese Nerven gehen theils zu demMuskelsystem und verlieren sich in den Muskeln so, daß man ih" .Endigung nicht genau bestimmen kann. Ihre Verrichtung hängt ^