^ Nordlicht 7L5
Kiest» erstürmt, und die Himmelsbrücke stürzt zusammen, wenn diese' darüber reiten. Deßhalb ist Heimdall als Wächter dahin gestellt,. ^ und deßhalb freuen sich die Götter der zahllosen Mitkämpfer ausWalhalla. Vergebens aber ist alle Vorsicht und Gegenwehr, denndie Götter kommen um, selbst der allwaltcnde Odin und der mäch-' iige Thor.
' Doch an« dem Meere steigt von neuem
Ein lieblich grünende« Erdreich auf!
Eine neue Sonne erleuchtet die Erde, und ein errettetes Menschen-' paar, Lift und Liftrasor, von Morgenthau genährt, erneuert hasMenschengeschlecht. Für Gerechte und Ungerechte gibt es dann neue» Wohnungen zu Lohn und Strafe, Gimle und Nastrand. Wi-
dar (der Siegers und Wale (der Mächtige) werden der Götter. Heiligthümer bewohnen, wenn Surturs Flamme verloschen ist.
Mode (Geisteskraft) und Magne (Stärke) erhalten den zermal-^ i wenden Hammer, wenn Thor, vom Kampf ermattet, gestorben ist;Widar aber reißt dem Wolfe den Rachen entzwei. — überliefererdieser Sagen sind, außer der Edda, Prokopius von Eäsarea, Jor-' ' »andes, Paulus Diakonus, WarnefridS Sohn, Ermoldus NigelluS,
^ Adam von Bremen, Saro Krammaticus. Über jden historischen
; Werth hegen Schlözer, Adelung, Delius, Wallet, Nyerup, Grä-
,, ter und Ruhs sehr verschiedne, zum Theil widersprechende Mainun»
,, gen; die Untersuchung kann aber noch nicht als geschlossen angcsehn
werden. Ob dies« nordische Mythologie germanische sey, ist eines/ . andre Streitfrage gewesen. Auf jeden Fall sind jene Skandinavier^ mit den Germanen verwandten Ursprungs, und es dürfte wenig-
i stens nicht zu läugnen seyn, daß, so wie mehrere germanische Völ-
„ ker über den Rhein gingen, von Norden und Osten her andre Stäm-
. me nachdrangen, und daß da Gothen und Sachsen diese Mythologie
,, nach Germanien brachten. Eine eigentlich germanische Mythologie
würde freilich noch viel mehr umfassen müssen als diese nordische,H denn es gab allgemeine und bloße Stammesgottheiten. llll.
,, Nordlicht. Das Nordlicht ist eins der interessantesten Me-
, teore, dessen Erklärung dem Scharfsinn der Physiker noch bis jetzt
, ^ nicht gelungen ist. Es besteht in einem starken hochrothen »der
si feuerfarbenen L-chte, welches sich am nördlichen Horizonte sehen läßt
^ und aus welchem helle Lichtsäulen gegen den Scheitelpunkt empor-
d steigen. Seine Erscheinung fällt gewöhnlich bald oder einige Stun-
den nach Sonnenuntergang und hat nach Mitternacht fast noch meStatt gefunden. Am häufigsten hat man die Nordlichter im Win-j ter und zur Zeit der Frühlingsnachtgleiche beobachtet. Jedoch sind sie! nur in den nördlichen Ländern sichtbar. Portugall ist das südlichste^ Land, wo man bis jetzt diese Erscheinung bemerkt hat, die weiter( nach Süden zu völlig unbekannt ist. Je mehr man sich dem Nor-
, den nähert, desto häufigere und desto stärkere Nordlichter kann man
sehen. Celsius beobachtete deren von dem Jahre 1716 bis ryz2 zu^ Upsala i« Schweden 224. Schon die Alten sind aufmerksame
( Beobachter dieser Erscheinung gewesen. Aristoteles beschreibt ein
, Meteor, welche« unser Nordlicht gewesen zu sey» scheint. Seneca
und Plinins erwähnen HimmelSerschcinungen, die unsern Nordlich-' tern gleichen. Indessen hat man erst seit dem fünften Jahrhundert
' nach Chr. Geb. genaue historische Überlieferungen von den Beobach-
! tungen, die man über Nordlichter gemacht hat. Über die Ursache»
' dieser Erschsinung haben die neuern Physiker die verschiedensten