Band 
Sechster Band. M und N.
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782
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782 Napoleon

Wirksamkeit. Die Emigrantenliste wird geschloffen, Und alles schemtdie nutzesten Gesinnungen der neuen Regierung zu bezeuge». AderEngland hat den Frieden verweigert; auch das deutsche Reich,Rußland, Neapel und die Pforte stehen noch im Kampf. Einefranzösische .Reservearmee sammelt sich bei Dijon. Am uzsten Aprilwird der neue Feldzug in Deutschland eröffnet. Napoleon langtam ylen Mai bei der Armee in Dijon an, und fühlt sie, noch vorßnde des Monats, in kühnem Zug über die Alpen, nach Italien,wo Masse na der überlegnen feindlichen Macht gewichen ist. Bonden Hohen des Mont Cents, des Gotthard und St. Bornhgrd stei-gen in drei Colonnen die französischen Schnarrn herab, und schonam gcen Juni zieht Napoleon in Mailand ein, wo die von denÖsterreichern vernichtete ci s a lp i n i sch e Republik schnell wiederersteht. In wenigen Tagen ist ihr Gebiet zurück erobert. WahrendMoreau siegend in Deutschland vordringt, wird von NapoleonsFeldherrn, .deren Thaten seinen .Ruhm erhöhten, Italien wieder be-setzt. Die Österleichcr, die am gtcn Juni Genua, durch Massena'sCapitulalion, eingenommen und in Piemont vordringen, sahen sichplötzlich von der überlegnen französischen Macht umgangen, einge-schlossen. Melas, der österreichische Feldherr, findet kenie Rettungals in einer allgemeinen entscheidenden Schlacht. Bei Muren go be-gegnen sich am rülen Juni, beide Armeen, in der weilen Ebene zwi-schen Aleffandria und Tortvna. Furchtbar verzweifelnd kämpfenbeide Parteien. Gegen Abend scheint der Sieg für Österreich ent-schieden; schon ziehen die Franzosen sich zurück. Da langt Desairunerwartet an mit einem Theil der Reservearmee und führt mitdiesem die Weichenden, Fliehenden, Geschlagenen zum neuen Kampf;die Österreichischen Reihen wanken; Desair Tod wird von den Seinenblutig gerächt, und ehe der Tagsich endet, ist die ungeheure Schlackt zuGunsten Frankreichs entschieden. Napoleon rühmt sich der Siegerbei Marengo zu seyn, obwohl alles seine Generale gethan habe». Nachdiesem unerwarteten Ereigniss verzweifelt Melas an dem KriegsglückÖsterreichs, und geht am löten Juni einen Waffenstillstand ein, derden Franzosen aufs neue den größten Theil Ober-Italiens einräumt.Schon am 22sten verlaßt Napoleon Italien wieder, nachdem er Mas-sen» zum Obergeneral ernannt, und trifft am isten Juli in Parisein, wo eben so sehr der Bolkstaumel als die schmeichlerische Hul-digung aller Behörden ihn wie einen ruhmbekränzten Fürsten em-pfangt und alle Gaukeleien der Siegsfeste ihn verherrlichen. Derrepublikanische Geist der Franzosen hat sich übersättigt, Napoleonschmeichelt ihm noch, wo es nöthig rst, während er schon auf vielfacheWeise das Wesen eines Freistaats vernichtet. Sein Übermuth. seineEitelkeit geben sich immer unverhohlner kund. Am igten Juli wirddas Bundesfcst der Republik mit Napoleons Siegsfesten artig ver-bunden. Nationaldenk,mUer der Eitelkeit werden aufgestellt; Or-'gane der öffentlichen Schmeichelei emporgehoben, und der erste Con-sul der Republik tritt mit dem Pomp eines orientalischen Despoteneinher. Die fremden Gesandten erfahre» den Übermurh des rohenKriegsmanns, der das Steuerruder Frankreichs führt, eben so sehe,als sehr achtbare Mitbürger, die seinen Unwillen reizen. Bei au-ßerordentlicher Kraft hat er doch nicht Gewilt genug ijber sich sel'st.und seine gränzenlose Eitelkeit, dem wahre Größe und echter Ruhmvor dem Reiz unbeschränkter Herrschaft immer mehr entschwinden.Denn nur diese will er erringen; darauf wird vornehmlich hingear-