Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
791
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^ Napoleon 79 r

der ward in Wien ein Vertrag Napoleons mit Preußen abgs.schloffen, der diesem Hannover übergibt, und dadurch Preußen mitEngland entzweit. Immer werter schreiten Napoleons Plane im I.1806. Schon muß der neue König von Bayern seine Tochter demStiefsobn Napoleons, als Zeugniß der Freundschaft beider Mächte,zur Gattin geben. Des Beinamens der Große, den ein GenatS-schluß dem Kaiser beilegt, durste derselbe um so mehr sich freuen,als am SZften Januar ein gefährlicher Feind, Pitt, gestorben. Am2ten März erklärt Nqpoleon dem gesetzgebenden Kdrper Frankreich«Herrschaft über Italien, und aut wird die Weltherrschaft Frank-reichs ausgesprochen. Am löten März erhebt er seinen SchwagerMurat zum Herzog von Eleve und Berg, und am gasten seinenBruder Joseph zum König von Neapel und Sicilicn, nachdemdie französische Armee Neapel überströmt, und die königliche Fa-milie vertrieben hat. Venedig wird mit Frankreich vereinigt;Guastalla der Schwester Napoleons, Pauline, Ncufchatei demKriegsminister Berthier übergeben. Das kaiserliche Familkcnge-setz vsm giften März bindet alle Glieder der Kaiserfamilke, mit allihren Herrschaften, noch fester an den Gewaltigen. Am 24sten Maierhält auch sein Bruder Louis eine Krone, da die batavische Re-publik in das Königreich Holland umgeschaffen wird. Nun be-ginnt auch die Belohnung für seine Getreuen. Lalleyrand undBernadotte werden Herzoge. Domainen in den eroberten Län-dern, und reiche Dotationen lohnen die Feldherr» und Minister.Am raten Juli wird der Grundvertrag des Rheinbundes in Pariszu Stande gebracht, und Napoleon als Protektor desselben ist nunerklärter Gebieter auch über den größer» Theil Deutschlands,worauf am Sten August Kaiser Franz der alten römisch- deutschenKaiserkrone entsagt, und das alte deutsche Reich aufgelöst wird.Welches Reich an dessen Stelle getreten, bezeugte am 2zsten Augustdie schändliche Hinrichtung des Buchhändlers Palm aus Nürnberg.Dafür wird den Fürsten des Rheinbundes der Schutz ihres Protektor«feierlich zugesagt. Die neuen Gesetzbücher, die Frankreich indeßunter Obhut Napoleons erhalten, werden zugleich empfohlen. Und ehedas Jahr zu Ende grht, ist der Krieg mit Preußen unabwendbar.Denn der Vertrag in Wien war nur auf den damaligen Zustandder französischen Herrschaft berechnet. Fortan sollte keine so bedeutende,von Frankreich unabhängige Macht in Deutschland bestehen. Dochwill Napoleon den Schein erhalten, als suche er nur den Frieden.Schon am rzten Oktober erscheint er selbst in Jena. Am tgicnwird in einer Doppelschlacht bei Jena und Auerstädt die preu-ßische Armee gänzlich geschlagen. Sachsen wird nun von dem Bundmit Preußen abwendig gemacht, mit Frankreich verbündet, und baldnachher der Churfürst zum König erklärt. Die zerstreuten preußi-schen Armeetheile unterliegen allmälich der stärker» Macht. Diebesten Festungen fallen durch Berrätherei und Feigheit. Am rastenOktober hält Napoleon seinen Einzug in Berlin und organisirtgleich darauf die Verwaltung der eroberten preußischen Lande. Amisten November sieht auch der Churfürst von Hessen sich genöthigt,aus seinem Land zu fliehen, das alt eroberte Provinz behandeltwird. Am 2isten November erscheint in Berlin das berüchtigte De-kret, welches England in Blokadezustand erklärt, und allen Han-del, alle Gemeinschaft mit Engländern streng untersagt. In Po-sen angelangt, verspricht Napoleon den Polen die Wiederherstellung