Balliere Dalmy 257
Zu Bagdad vermählte er sich mit einer schönen Georgianerkn SittkMaani, die ihm aber bald durch den Tod wieder entrissen wurde.Dieser Unfall bewog ihn zur Rückkehr; im I. 1626 kam er miteinem grossen Gefolge von Morgenländern wieder in Rom an, woer sich m>t einer ehemaligen Dienerin seiner ersten Gattin, eben-falls einer Georgianerin, aufs neue verheirathete. Er lebte hierin angesehenen Verhältnissen und beschäftigte 'ich mit wissenschaft-lichen Gegenständen, besonders auch mit der Musik, deren gründ-licher Kenner er war, und beschrieb seine Reise. Dieses Werk,welches aus 54 Briefen besteht, zeugt von des Verfassers vielseiti-ger Gelehrsamkeit und ist noch jetzt von Werth. Lurch ein Er-eigniss eigner Art wurde, jedochnur vorübergehend, seine Ruhe gestört.Als er einst auf dem quirinalischen Platze einer Prozession zusah,fielen unter des Papstes Augen die Bedienten desselben über ;einmorgenländisches Gefolge her. Er eilte den Seinigen zu Hülfe;da aber Worte nicht helfen wollten, stieß er einen päpstlichen Die-ner nieder. Der Rache des Papstes zu entgehen, floh er nach Nea-pel, und blieb dort, bis cS seinen Freunden gelang, ihm Verzei-hung und Wiedereinsetzung in seine Güter auszuwirken. Er starbzu Rom i6gs. Doni ertheilt ihm den kurzen aber großen Lob-spruch r vnicuwl terine bociis liadsinns in so expicssuinAntiguas Üliu 3 so Vornan«« virtnti» «Xernplar.
Balliere (Louise Francoise de la Baume le Blaue, Herzoginde la), Maitreffe Ludwigs XIV-, stammte aus einem altadeligenGeschlechte in Bvurbonnois, und war Hofdame bei der Gemahlindes Herzogs von Orleans. Sie nährte zwei Jahre lang im Stil-len eine zärtliche Neigung für Ludwig, bis dieser sie endlich be-merkte, und sie zu seiner Favorit? machte. Sie besaß einen sehrsanften Charakter, und verläugncte ihn auch nicht im Ssnnenglanzihres Glückes, das sie nicht lange genoß. Bon der Montespanverdrängt, ging sie in ein Carmeliter- Kloster, beweinte ihre Ver-irruvg und hinterließ, als sie 1710 in ihrem Lösten Jahre starb,die mit vieler Salbung geschriebenen Reflexion» snr 1 « aniss-ricoiüe üe Dien. Die Frau von GenliS hat sie zum Gegen-stand eines anziehenden Romans gemacht, und der berühmte leBrun hat eine büßende Magdalena nach ihrem Bilde gemahlr.
Valmy (Canonade bei.) Diese Canonade hat das Eigen-thümliche, daß sie, obgleich als Endpunkt des Vordringens der Al-liirten im I. 1792 wichtig, doch bei weitem interessanter durch dieFolgen wird, die sie hätte haben können; denn es war sehr mög-lich, daß hier die nachherige Präponderanz Frankreichs im Keimeerstickt, und dem Laufe der Revolution eine andere Richtung ge-geben ward — ihn ganz zu Hemmen, lag außer dem Bereich mensch-licher Kräfte. Weil also in dem Feuer bei Valmy die Kraft derjungen Republik zu ihren künftigen Siegen gleichsam gehärtet ward,so halten wir es für nöthig, diesem Ereignis eine genauere Erör-terung zu widmen, als bei den Bedingungen des Raums ein Gefechtverdienen würde, welches nicht mehr als etwa 800 Mann in denOrkus, oder dessen Vorhallen, die Lazarethe, beförderte.— Dumou-riez stand am lyten Sept. mit seinem säst zu üo.voo Mann ange-wachsenen Heere bei Menehould, die Argvnnenpäffe leS grandesJsletter und la Chalate besetzt haltend, das Corps von Kellermanngegen Breaur vorschiebend; die Hauprarmee der Alliieren unter demBefehl des Herzogs von Braunschweig lagerte bei Massige, di<«IN», k-x. 4 t« Aufl. r. t?