Verschanznng Verschollen 319
wig XVI- «m 6ten October Versailles zu verlassen, und zu Pa»ris lein weiteres Schicksal zu erwarten gezwungen wurde. Damit dem Könige natürlich der ganze Hot und die ganze Regie-rung den Ort verließ, so verödete derselbe eben so schnell als erangewachsen war. Doch that Napoleon sehr viel, um ihm wiederaufzuhelfen, und ließ auch das Schloß, aas zu verfallen anfing,wieder herstellen. Versailles ist jetzt die Hauptstadt des Departe-ments, worilk es liegt, der Sitz eines Bischofs, einiger gelehrtenGesellschaften, einer Mahler-, Musik-, Artillerie, und Genie-schule, und zählte i» 195a Häusern 1806 26,637 Einwohner,die mancherlei Arten von Kunstfleiß, besonders aber große Ge-wehr- und Uhrenfabriken unterhalten. Das Schloß enthält nochimmer lehr viele Sehenswürdigkeiten, besonders die Eapclle, diePrinzentreppe, die prächtige große Gallerte mit kostbaren Schil-derten, den Herculessaal, den Salon de Gucrre und den Schau-spielsaal. Der Garten ist ganz in französischem Geschmacke, aberreich an Springbrunnen, Grotten, Statuen von Bronze, Alaba-ster und Marmor, und einer ausgesuchten Orangerie. Im Um-fange des Parks liegen auch die Villen dc Grand und Petit Lria»non, beide von Ludwig XIV. angelegt; ein Fenster in dem letz-ter» gab bekanntlich die Veranlassung zu dem Kriege von 1637,den Frankreich zwar mit einer großen Kraft, aber mit erheblichemVerluste führte. Ludwig XIV. zürnte nämlich mit Louvois, weil«in Fenster im Petit Lrianon nicht das gehörige Ebenmaß halte;der Minister stürzte hierauf den König, um ihn dermaßen zu be-schäftigen, daß er sich um keine Bauten bekümmern könne, in je-nen große» Krieg, dessen Ausgang der Anstifter doch nicht erlebte,übrigens wurde zu Versailles 178z der berühmte Friede geschlos-sen, welcher Nordamerika von dem brittischen Reiche trennre.
Berschanzung im Allgemeinen ist jeder Aufwurf von Erde,um die dahinter gestellten Soldaten gegen das feindliche Feuer zudecken, und ihnen Gelegenheit zu geben, sich mit Vortheil gegenseinen überlegnen Gegner zu vertheidigen, speciell bezeichnet w >»damit entweder ein großes zusammenhängendes Werk oder einenach gewissen Grundsätzen angelegte Kette einzelner Schanzen, diesich unter einander unterstützen. '— Die gemachten Erfahrungenbenutzend, hat man nach und nach eine eigne, auf mathematischenPrincipien ' beruhende Wissenschaft, die V er sch anzu n gs ku n st,gebildet, in welcher die vortheilhafteste Construction und Einrich-tung jeder Art von Schanzen, deren Werstärkungsmittel, ihre An-wendung, so wie die Art des Angriffs und der Vertheidigung ge-lehrt wird. — Wenn im Anfange nur Vcrschanzungen für vor-übergehende Zwecke gebaut wurden, so führte das Bedürfniß dochschon sehr früh auf Befestigungen von längerer Dauer und grö»ßerm Umfang (feste Orte, Festungen), und es entstand so die Lehrevon der Festungsbaukunst, wonach denn jetzt die gesammte Lehreder Befestigung in die Feldverschanzungskünst (kcirtikca-tion zmsssKbi-e) und permanenter Befestigungökunst(F-stungsbaukunst, lorllücntioil ro)-a1s oder pei'MLneiiie) zer-fällt; das Detail beider kann hier nicht weiter erörtert werden.
Verschollen wird diejenige Person genannt, welche sich seitlanger Zeit in der Fremde befindet, und von der man voraus-setzen kann, daß sie nicht mehr am Leben sey. Die gerichtlicheVerschollenerkiärurig erfolgt, wenn von dem Leben und Lufent»