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Zenhter Band. To bis Z.]
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Völkerwanderung 37 3

des zten Jahrhunderts an, unter seiner eignen Größe zu erliegen,und in sich selbst zusammenzufallen. Zwar hielten einige kräf-tige Regenten, besonders Eonstantin und Theodostus, den gänz-lichen Untergang des Reichs noch einige Zeit, auf. Aber verschiedneKaiser hatten, durch den Drang der Umstände und kurzsichtigePolitik 'verleitet, ganze Haufen von Barbaren in Sold genom-men, und ihnen, zur Belohnung der geleisteten Kriegsdienste,Wohnsitze in den Gränzprovinzcn des Reichs eingeräumt. Sohatten die Franken in dem belgischen Gallien, die Alanen,Wandalen, Gothen und andre Völker in Dacien, Panno-nien und Thrakien Ländereim erhalten. Einzelne Männer vonGeist und Kraft aus diesen Völkern erhielten wichtige Staatsäm-ter und selbst die obersten Fetdherrenstellcn (Rüstn, Stilichs) imrömischetz^Reiche. Eine unvermeidliche Folge davon war, daßdiese bayrischen Völker, indem sie immer mehr an Cultur ge-wannen, auch die Schwächen der Römer näher kennen lernten, undsich an den Gedanken gewöhnten, das römische Reich als ihreBeute, die, es auch nachher >rurrdc, zu betrachten. — Der ersteStoß, der die eigentliche große Völkerwanderung veranlaßte, ge-schah im nordöstlichen Asien. Hier wohnten die Hunnen — ih-rem Ursprünge nach wahrscheinlich Mongolen oder Kalmücken ---ein zahlreiches, wildes und kriegerisches Volk, an den Gränzender Chineser. Von diesen wurden sie, gegen das Ende des erstenJahrhunderts der christlichen Zeitrechnung, aus ihren Wohnsitze»vertrieben. Die Hunnen breiteten sich nun gegen Westen aus,vertrieben die Alanen, eine vom Caucasus hergekommn« Völker-schaft, aus dem asiatischen Sarmatien, und (Z7g) die Westgo-thcn, welche in dem alten Dacien und in den Gegenden zwi-schen dem Dniester, der Donau und der Weichsel wohnten.Die Alanen kamen nach langem Herumschweifsn an die Donau,im heutigen Ungarn, verbanden sich mir den seit ungefähr loe»Jahren da wohnenden Bandalen, einer ursprünglich norddeut-schen Völkerschaft, durchzogen mit ihnen Germanien, und verei-nigten sich mit einem Theile der Sueveü, auch einem deutschenNelke, das sich an der obern Donau niedergelassen hatte. Diesedrei Völker nahmen nun vereinigt den Weg nach dem Rhein,drangen (406) über denselben in Gallien ein, und richteten dadie größten Verwüstungen an. Mainz, Straßburg, und andreblühende, «vtädte Galliens wurden von ihnen geplündert. Nach-dem jene drei Völker zwei Jahre hindurch alle Theile Galliensverwüstet hatte», drangen sie (409) über die Pyrenäen in Spa-nien ein, und theilten (zu) das größtentheils eroberte Landdurch duS Loos unter sich; nur ein kleiner Theil Spaniens bliebnoch unter der Herrschaft der Römer. Diese letzter» sammeltenjedoch dald wieder KrLite, und fanden sich im Stande, in Ver-bindung mit den inzwischen auch nach Spanien gekommenen West-goihcn, die Eroberer anzugreifen. Die Alanen, die in Lusita-mea (dem heutigen Portugal) ein Reich gestiftet hatten, wurden(418) gänzlich überwunden. Der kleine Rest dieses Volks begabsich unter den Schutz des vandaliichen Reichs, und der Name derAlanen verschwand seit dieser Zeit ganz aus der Geschichte. DieVandalen führten mehrere Kriege mit den Römern, und hat-ten sich dadurch über.diese eine Überlegenheit verschafft, als sie(429) den Entschluß faßten, nach Afrika überzugehen (s. d. Art.