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Voltairtz 843

land« beigesetzt. — Voltaire hatte in seinem Äußern schonetwa« Abgezeichnete«. Man sagt: er habe in seinem Ge-sichte etwa« von dem Adler und der Meerkatze gehabt, sowie er auch mit dem kühnen Aufstreben des erster» etwas vonder Bösartigkeit der letzter» vereinigt haben soll. Bei den treff,li'chsten moralischen Ansichten und Grundsätzen waren sein« Hand-lungen nicht immer die löblichsten und viele gut« flohen wenig-sten« nicht au« den löblichsten Quellen. Er behielt in semeM Cha-rakter stets etwa« Schwankendes und trotz keine« Haffe« gegen Vor-urtheile huldigte er doch diesen nicht selten auf eine ihm wenigEhre bringende Weise. So schmeichelte er "«»«Eitelkeit den Gro-ßen und suchte bloß deßhalb oft ihre Gesellschaft. Er war zu selbst-süchtig um Liebe einzuflößen, besonders beherrschte ihn der Geiz»Daher läßt sich'« auch erklären, daß er aller Bewunderer ungeach-tet keinen Freund gewann. Er war ein großer Geist, aber keingroßer Mensch, daher auch seinen Schriften der Zauber mangelte,den nur eine große Seele zu verleihen vermag. — Condorcet,in seinem Leben Voltaire'«, sagt von ihm als Schrissteller: ,, Nie-mand hak vielleicht das, was man äustssss äs 1'esprit nennt(Richtigkeit des Blicks), im höher» Grade besessen, als Voltaire.Er behauptet diese mitten in seinem poetischen Enthusiasmus, sowie in der höchsten Lustigkeit; überall leitet sie seinen Geschmack,lenkt sie seine Ansichten; sie ist eise der vornehmsten Ursachendes unbeschreiblichen Reizes, den seine Werke für alle Menschenvon gesundem Geiste haben- Nie hat vielleicht Iemanh mehrIdeen auf einmal umfaßt, und mit mehr Scharfsicht alles durch-drungen, was keine lang« Analyse oder tiefes Nachdenken erl«r-dert. Gern Adlerblick setzte mehr als einmal auch diejenigen inErstaunen, welche diesen Hülfsmitteln tiefere Ideen uns umfassen-dere oder bestimmtere Ansichten verdankten. Oft sah man ihn inGesellschaft in einem Augenblicke unter mehrern Idee« wählen,sie sogleich ordnen, und sie aufs glücklichste und glänzendste darstel-len. Daher der Vorzug seiner Schriften, daß sie stets einfachund klar, doch nie fad werden, und daß sie der gemeine wie derdenkende Leser fast mit gleichem Vergnügen benutzt. Lies t mansie mit Nachdenken, so findet man in seinen Werken eine MengeGrundsätze einer kieken Philosophie, welche dem fluchtigen Leserentschlüpfen, weil sie nicht Aufmerksamkeit erzwingen und keineAnstrengung crfodern, um verständen zu werden. — Unter seinenzahlreichen Werken stehen wohl seine dramatischen auf der erstenStufe. Unter allen seinen Landsleuten hat er am glücklichstenmit Racine und Corneille um dte Palme gerungen. Auch sindseine Trauerspiele noch jetzt Lieblin'gsftücke der Franzosen. ImLustspiele war er trotz »stein Wlh« nicht glücklich. Außer diesendürfte die Ilem-iaäs einer vorzüglichen Auszeichnung werth seyn.Außer seinen historischen Arbeiten sind das Liecle äs l.o>iis XlV.er XV., so wie dtr Riscoiie äs Oflai'Iss Xll., letzteres jedochmehr in Hinsicht des Style und der Darstellung bcachtenswerrh.Die philosophischen Romane, Abhandlungen, kleinern Poesien, Er-zählungen , Dialogen ll. s. w. zeigen überall den oben geschildert»»um äffenden Geist und gewandten feinen Darsteller. Unter allenfranzösischen Schriftstellern ist er vielleicht derjenige, der die Ei-genthümlichkeiten feiner Nation am treuesten in seinen Werken spie-gelt, daher er auch immer ein LieblingSautoü für die Wellleute